Wort zum Sonntag: Wenn alles ausfällt, zeigt, wovon wir wirklich leben
Wenn alles ausfällt: Wovon wir wirklich leben

Neulich, mitten in einem angeregten Telefonat, geschah etwas Bemerkenswertes. Wir planten, diskutierten, dachten voraus. Es war eines jener Gespräche, in denen man meint, die Dinge im Griff zu haben, die Zukunft gewissermaßen schon in der Tasche. Und dann: Stille. Kein Knacken, kein Rauschen. Kein dramatischer Abbruch, der die Störung wenigstens ankündigt. Einfach nichts.

Alles stand, weil die Grundlage entzogen war

Gleichzeitig wurde es dunkel. Das Licht erlosch. Das Radio aus der Küche verstummte. Der Computer: tot. Kein Strom mehr. Keine Verbindung. Was eben noch selbstverständlich war, hatte sich lautlos verabschiedet. Was folgte, war aufschlussreicher als jedes funktionierende Gerät: Nichts ging mehr. Kein Plan ließ sich weiterverfolgen, kein Gedanke zu Ende bringen, kein Gespräch fortsetzen. Alles stand – nicht weil die Ideen fehlten, sondern weil die Grundlage entzogen war.

Ich ging ins Gemeindebüro. Die Assistentin bestätigte, was ich längst ahnte: auch dort Stillstand. Es ist erstaunlich, wie schnell das vermeintlich Selbstverständliche zerbricht. Wie sehr wir angewiesen sind auf das, was wir weder sehen noch kontrollieren. Und genau hier beginnt die entscheidende Frage: Wovon leben wir eigentlich?

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Wir sind es gewohnt, nach Leistung zu fragen, nach Organisation, nach Einsatz, nach Effizienz. Wir optimieren Abläufe, strukturieren Tage, steigern Erwartungen. Doch all das nützt wenig, wenn die Verbindung fehlt. Ohne Strom ist das beste Gerät wertlos. Ohne Quelle versiegt jede Kraft.

Wir sind keine autarken Systeme

Das gilt nicht nur für Technik. Auch unser Leben kennt solche Unterbrechungen. Beziehungen, die plötzlich ins Leere laufen. Arbeit, die ihren Sinn verliert. Kräfte, die nicht mehr tragen. Dann zeigt sich oft schmerzhaft deutlich: Wir sind keine autarken Systeme. Wir leben nicht aus uns selbst. Ein alter biblischer Text aus dem zweiten Testament bringt es erstaunlich nüchtern auf den Punkt: „Ohne mich könnt ihr nichts tun.“ (Johannes 15)

Das ist eine einfache Diagnose. Eine, die unserer Zeit besonders widerstrebt. Denn die entscheidende Frage ist nicht, wie viel wir leisten – sondern, woran wir angeschlossen sind.

Genau hier liegt die unbequeme, aber notwendige Einsicht: Leben entsteht nicht aus Anstrengung, sondern aus Verbindung. Und wer diese Verbindung verliert, mag noch so beschäftigt sein – er bleibt ohne Kraft. Man könnte auch sagen: Nicht alles, was funktioniert, lebt. Und nicht alles, was lebt, verdankt sich selbst. Ich meine: die Verbindung zu Gott. Sie ist keine fromme Zugabe. Sie ist die Lebensleitung selbst. Wer sie kappt, wird beschäftigt bleiben, aber innerlich verarmen. Wer sie sucht, wird nicht alles können, aber getragen sein. Probieren Sie es aus. Schließen Sie sich an – und sehen Sie, was geschieht.

Ihr Pastor Alexander Lemke aus Teterow

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