Britische Studie: Krebs bei jungen Menschen – BMI auffälligster Faktor
Krebs bei Jungen: BMI als Hauptrisikofaktor

Immer mehr 20- bis 49-Jährige erhalten eine Krebsdiagnose – und Übergewicht sticht als wichtigster messbarer Faktor heraus. Eine große Analyse aus England zeigt: Je nach Tumorart lassen sich fünf bis 37 Prozent der Fälle rechnerisch mit einem erhöhten Body-Mass-Index (BMI) erklären.

Studie analysiert Krebsregisterdaten

Das Team um Epidemiologin Prof. Montserrat Garcia-Closas vom Institute of Cancer Research in London wertete Krebsregisterdaten von 2001 bis 2019 aus. Die Forscher verglichen Jüngere (20- bis 49-Jährige) mit Älteren (ab 50 Jahren). Während Rauchen, Alkoholkonsum und der Verzehr von rotem Fleisch eher zurückgingen, nahm Adipositas weiter zu – besonders bei jungen Frauen. Die Beobachtungsstudie wurde in der Fachzeitschrift „BMJ Oncology“ veröffentlicht.

Welche Krebsarten häufiger wurden

Unter den Krebsarten, die mit dem Lebensstil zusammenhängen, stiegen bei den unter 50-Jährigen an: Darm-, Brust-, Bauchspeicheldrüsen-, Nieren-, Schilddrüsen- und Leberkrebs, Gallenblasen- und Eierstockkrebs, Krebs der Mundhöhle, Gebärmutterkörperkrebs sowie das Multiple Myelom. Auffällig: Darm- und Eierstockkrebs nahmen nur bei Jüngeren zu, nicht bei Älteren. Bei fünf Tumoren – Gebärmutterkörper, Niere, Bauchspeicheldrüse, Schilddrüse und Multiples Myelom – stiegen die Raten bei jungen Frauen sogar schneller als bei älteren Frauen. Parallel dazu verzeichnete genau diese Gruppe den stärksten Anstieg bei Adipositas.

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Übergewicht erklärt nicht alles

Trotz der klaren Rolle des BMI reicht Übergewicht allein nicht aus, um den Trend zu erklären. Selbst wenn man den Anteil des Übergewichts herausrechnete, stiegen die Krebsraten bei den jüngeren Erwachsenen. Die Studie zeigt Zusammenhänge, aber keine eindeutigen Ursachen.

Was bleibt als Antwort?

Da das Gewicht den Anstieg nicht allein erklärt, nehmen die Forscher nun unser modernes Umfeld unter die Lupe. Besonders im Fokus: hochverarbeitete Lebensmittel und unser Mikrobiom – die Bakterien im Darm. Auch Einflüsse in der frühen Kindheit, wie etwa Antibiotika, könnten eine Rolle spielen.

Einordnung und Grenzen der Daten

Die Angaben stammen aus Umfragen, der BMI ist nur ein grobes Maß für Körperfett. Zudem können bessere Früherkennung und Bildgebung die Fallzahlen erhöhen. Und: Krebs entsteht oft über Jahrzehnte – die gewählten Zeitfenster können Trends verzerren.

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