Mutter mit ALS zeigt unerschütterliche Stärke: „Mein Lachen und meine Liebe bleiben ewig“
Mutter mit ALS: „Mein Lachen und meine Liebe bleiben ewig“

Mutter mit ALS zeigt unerschütterliche Stärke: „Mein Lachen und meine Liebe bleiben ewig“

Tanja Tornier (48) aus Laatzen bei Hannover weiß, dass ihr Leben bald enden wird. Doch anstatt zu verzweifeln, strahlt die Mutter von fünf Kindern unaufhörliche Zuversicht aus. Ihr Geheimnis: Nicht die Krankheit bestimmt ihren Blick nach vorn, sondern der feste Glaube an ein Leben, das über den Tod hinausreicht.

Diagnose ALS: Ein Leben im eingeschlossenen Körper

Im Herbst 2023 erhielt die ehemalige Biologie-Laborantin die niederschmetternde Diagnose: Amyotrophe Lateralsklerose (ALS). Diese unheilbare Erkrankung des Nervensystems führt dazu, dass ihre Muskeln kontinuierlich schwächer werden. Selbst grundlegende Funktionen wie Atmen und Schlucken werden zunehmend zur Herausforderung.

In Deutschland leben etwa 8000 Menschen mit ALS, jährlich erkranken rund 2000 Personen neu. Die meisten Betroffenen sterben innerhalb von drei bis fünf Jahren nach der Diagnose, da die Atemmuskulatur versagt.

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Heute ist Tanja Tornier in ihrem eigenen Körper fast vollständig eingeschlossen. Sie kann sich kaum noch bewegen, nicht mehr sprechen und nicht einmal ihre Arme heben. „Mein Körper fühlt sich an wie ein Haus, in dem nach und nach die Lichter ausgehen“, beschreibt sie ihre Situation.

Kommunikation durch Augensteuerung: Jeder Satz ein kleines Wunder

Nur ihr Lächeln und ihre Augenfunktion sind ihr geblieben. Mit ihren Pupillen steuert sie einen speziellen Computer, über den sie mit der Außenwelt kommuniziert. Jeder formulierte Satz erfordert immense Konzentration und wird zu einem kleinen Wunder des menschlichen Geistes.

Rund um die Uhr ist eine Pflegekraft für sie da. Trotz ihrer schweren körperlichen Einschränkungen wirkt Tanja Tornier erstaunlich stark, lebendig und humorvoll. Ihre innere Kraft scheint ungebrochen.

„Ich habe keine Angst vor dem Sterben, aber Sorge um die Kinder“

Die Mutter von fünf Kindern im Alter zwischen 14 und 26 Jahren schreibt über ihre Gedanken: „Ich habe überhaupt keine Angst vor dem Sterben, aber Sorge um die Kinder. Ich will, dass es ihnen gut geht, wenn ich nicht mehr da bin.“

Sie hat sich bewusst an die Öffentlichkeit gewandt, um etwas zu hinterlassen und ihre Erfahrungen zu teilen. Zu ihren verbliebenen Wünschen gehören:

  • Noch einmal Fallschirmspringen
  • Eine Hypnose-Rückführung erleben
  • Die Hochzeiten ihrer Kinder miterleben
  • Oma werden

Familienzusammenhalt und spirituelle Überzeugungen

Tanja und ihr Mann Carsten (53), der als Fachkraft für Lagerlogistik arbeitet, halten fest zusammen. Gemeinsam haben sie bereits ihr Testament gemacht und die Beerdigung geplant.

„Die Krankheit annehmen heißt nicht aufgeben“, erklärt Tanja, die ihr Sterben als besondere Lernaufgabe betrachtet. „Zeit wird intensiver, Begegnungen tiefer.“

Ihre spirituelle Überzeugung gibt ihr Halt: „Ich glaube, dass das Leben nicht mit dem Tod endet und ich wiedergeboren werde.“

Die Essenz des Lebens: Liebe, die ewig bleibt

Obwohl ihr Körper zunehmend schwächer wird, bleibt ihr Wesen unberührt. Tanja Tornier formuliert es so: „Mein Lachen und meine Liebe bleiben ewig. Ich bin die Liebe, die ich für meine Kinder empfinde, wenn ich sie anschaue. Ich bin die Wärme in den Händen meines Mannes, wenn er mich hält. In all dem lebe ich ewig weiter – tief, echt, unzerstörbar.“

Ihre Geschichte berührt nicht nur wegen der medizinischen Fakten über ALS, sondern vor allem wegen der menschlichen Größe, mit der sie ihrer unheilbaren Krankheit begegnet. Tanja Tornier zeigt, dass selbst in der größten körperlichen Einschränkung der menschliche Geist unbesiegbar bleiben kann.

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