Linke kritisiert massiven Rückgang von Postfilialen in Sachsen-Anhalt
Linke kritisiert Rückgang von Postfilialen in Sachsen-Anhalt

Linke kritisiert massiven Rückgang von Postfilialen in Sachsen-Anhalt

Die Linksfraktion im Landtag von Sachsen-Anhalt fordert angesichts eines deutlichen Rückgangs von Postfilialen und steigender Beschwerdezahlen dringende Verbesserungen bei der Postversorgung. Eva von Angern, die Fraktionsvorsitzende, äußerte sich besorgt: „Immer mehr Postfilialen werden in Sachsen-Anhalt geschlossen, das ist eine schlechte Entwicklung.“ In den vergangenen zehn Jahren sei mehr als jede zehnte Postfiliale ersatzlos dichtgemacht worden, was zu erheblichen Versorgungsproblemen führe.

Deutlicher Rückgang und stark steigende Beschwerden

Nach aktuellen Daten der Bundesregierung, die auf Informationen der Bundesnetzagentur basieren, sank die Zahl der Postfilialen in Sachsen-Anhalt von 435 im Jahr 2016 auf 381 im Jahr 2025. Dieser Rückgang um rund 12,4 Prozent stellt bundesweit den zweithöchsten Wert nach Mecklenburg-Vorpommern dar. Parallel dazu verzeichnete das Land einen dramatischen Anstieg der Beschwerden über Postdienstleistungen: von 443 im Jahr 2023 auf 1.328 im Jahr 2025.

Der Bundestagsabgeordnete David Schliesing von der Linken sprach von einem „Filial-Kahlschlag“. Bundesweit seien seit 2016 etwa 630 sogenannte Universaldienstfilialen geschlossen worden, was mit einem Abbau von rund 46.000 Arbeitsplätzen einherging. Schliesing betonte, es sei nicht überraschend, dass die Postversorgung immer schlechter funktioniere, wenn solche Einschnitte erfolgten.

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Bund verweist auf gesetzliche Vorgaben und strukturelle Veränderungen

Die Bundesregierung sieht dennoch die gesetzliche Grundversorgung als gewährleistet an. In ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage verwies sie auf bestehende Vorgaben zur Filialdichte und Erreichbarkeit, wonach bundesweit mindestens 12.000 Postfilialen vorhanden sein müssen. Gleichzeitig zeigt die Antwort, dass sich die Struktur der Postinfrastruktur grundlegend verändert hat.

  • Die Zahl der klassischen Universaldienstfilialen ist leicht zurückgegangen.
  • Die Gesamtzahl von Filialen, Paketshops und Automaten hat jedoch zugenommen.
  • Besonders stark gewachsen ist die Anzahl der Paketstationen, die zunehmend klassische Postfilialen ersetzen, vor allem im ländlichen Raum.

Bei der Zustellqualität sieht die Bundesregierung keine Defizite. Nach ihren Angaben wurden im Jahr 2025 durchschnittlich 97,4 Prozent der Briefe innerhalb von drei Werktagen zugestellt, was den gesetzlichen Anforderungen entspricht.

Linke fordert politisches Gegensteuern für bessere Versorgung

Die Linke fordert dagegen ein entschlossenes politisches Gegensteuern. David Schliesing argumentiert, dass die rein formale Einhaltung gesetzlicher Mindestvorgaben nicht ausreiche, um eine gleichwertige Versorgung in allen Regionen sicherzustellen. „Wir brauchen mehr Einsatz für eine bessere Postversorgung, insbesondere in ländlichen Gebieten, wo die Schließungen besonders spürbar sind“, so Schliesing. Die Partei setzt sich dafür ein, dass die Bundesregierung und die Landesregierung von Sachsen-Anhalt Maßnahmen ergreifen, um den weiteren Rückgang von Postfilialen zu stoppen und die Versorgungsqualität zu verbessern.

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