Vom Hilfsjob zur Dorf-Chefin: Neunfache Mutter meistert Karrieresprung
Eine beeindruckende Karrieregeschichte hat sich in der Uckermark ereignet. Nancy Köpke, eine 43-jährige neunfache Mutter aus Damme an der A20, hat sich innerhalb weniger Jahre von einer schlecht bezahlten Pflegehilfskraft zur Leiterin eines gesamten Seniorendorfs hochgearbeitet. Ihre Geschichte zeigt, wie Durchhaltevermögen und kontinuierliche Weiterbildung im Pflegebereich zu ungeahnten Möglichkeiten führen können.
Der Weg zur Führungsposition
Eigentlich begann alles mit einem bescheidenen Ziel: „sich weiterzubilden, um nicht mehr als Pflegehilfs-, sondern als Fachkraft entlohnt zu werden“, erinnert sich die Uckermärkerin. Doch mit jeder absolvierten Aus- und Weiterbildung wuchs ihre Begeisterung für das Lernen. Gemeinsam mit ihren schulpflichtigen Kindern studierte sie nächtelang Fachliteratur und bereitete sich intensiv vor.
Am Ende hielt sie nicht nur ihr Pflege-Examen in den Händen, sondern auch das wertvolle PDL-Zertifikat (Pflegedienstleitung). Diese Qualifikationen öffneten ihr Türen auf dem regionalen Arbeitsmarkt und bereiteten den Boden für ihren nächsten Karriereschritt.
Die entscheidende Frage und ihre Antwort
Mitte 2026 erreichte sie die Nachricht, dass der ambulante Pflegedienst sab eine neue Leiterin für seinen Standort in der Neustädter Feldmark bei Prenzlau suchte. Die entscheidende Frage, die ihr sowohl von den Entscheidungsträgern des Unternehmens als auch von ihr selbst gestellt wurde, lautete: „Traust du dir das zu?“
Ihre Antwort fiel klar und entschlossen aus: „Ja, ich traue mich.“ Seitdem leitet die zierliche Frau aus Damme nicht nur ein Team von 25 Kolleginnen und Kollegen, sondern trägt auch die Verantwortung für die Betreuung zahlreicher pflegebedürftiger Menschen in der Einrichtung.
Herausforderungen und Belohnungen der neuen Position
„Das ist ein harter Job“, räumt Nancy Köpke im Gespräch nachdenklich ein. „Aber es ist schön, so gefordert zu werden. Ich kann es mir nicht anders mehr vorstellen.“ Die Senioreinrichtung, die sie nun leitet, bietet Platz für bis zu 45 pflegebedürftige Menschen und stellt damit eine beträchtliche Verantwortung dar.
Der Preis für die verbesserte Entlohnung und die gestiegene berufliche Anerkennung ist allerdings hoch. Seit ihrer Beförderung zur Chefin nimmt sie die Arbeit stets mit nach Hause. „In Gedanken ist man irgendwie immer beim Job“, erklärt sie. „Angefangen von Personalangelegenheiten über die Betriebsabläufe bis hin zur Gewinnung neuer Klienten liegt schließlich alles auf meinem Tisch.“
Diese beruflichen Herausforderungen verfolgen sie auch in ihrer Freizeit – beim Kartoffelschälen, Wäschewaschen oder Fernsehgucken. Doch sie betont, dass sie diese Belastung nur bewältigen kann, weil sie ein unterstützendes Team hinter sich weiß, insbesondere ihre Stellvertreterin.
Eine Botschaft der Ermutigung
Nancy Köpke möchte mit ihrer Geschichte anderen Menschen Mut machen. „Hätte mir vor ein paar Jahren jemand gesagt, dass ich mal ein Seniorendorf leite – ich hätte ihn sicher ausgelacht“, gesteht sie. „Oder vielleicht auch nicht, denn schon damals wusste ich, dass ich nicht die schlecht bezahlte Hilfskraft bleiben will.“
Ihre Familie spielte eine entscheidende Rolle in diesem Prozess: „Diese hat von Anfang an immer an mich geglaubt.“ Ihr Rat an andere lautet, sich Herausforderungen zu stellen und nicht an einem Punkt stehenzubleiben. Die neunfache Mutter beweist, dass auch unter schwierigen persönlichen Umständen berufliche Weiterentwicklung möglich ist – wenn der Wille und die Unterstützung vorhanden sind.
Ihre Geschichte steht exemplarisch für die Karrieremöglichkeiten im Pflegebereich, der trotz aller Herausforderungen Raum für persönliches Wachstum und berufliche Entwicklung bietet. Die Seniorendorf-Leiterin ist zuversichtlich, dass sie gemeinsam mit ihrem Team auch künftige Herausforderungen meistern wird.



