Regierung erwägt Karenztag und reduzierte Lohnfortzahlung bei Krankheit
Die Bundesregierung aus Union und SPD diskutiert aktuell einen umfassenden Sparplan für das Gesundheitswesen. Im Fokus stehen dabei mögliche Änderungen bei der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Konkret wird über die Einführung eines Karenztags und eine Verkürzung der Lohnfortzahlungsdauer gesprochen.
Durchschnittlich 14,5 Krankheitstage pro Jahr
Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) hatte bereits im Wahlkampf 2025 kritische Fragen zur Krankheitsstatistik gestellt. „Ist das wirklich richtig? Ist das wirklich notwendig?“, fragte er angesichts der Tatsache, dass deutsche Arbeitnehmer durchschnittlich 14,5 Tage pro Jahr krankgeschrieben sind. Diese Zahl sieht die Regierung als Problem an, das angegangen werden muss.
In vertraulichen Gesprächen zwischen Union und SPD werden nun verschiedene Maßnahmen erörtert, um die Ausgaben im Gesundheitssystem zu reduzieren. Ein zentraler Punkt ist dabei die Neuregelung der Lohnfortzahlung bei Arbeitsunfähigkeit.
Mögliche Änderungen für Arbeitnehmer
Die diskutierten Änderungen könnten für Millionen Beschäftigte spürbare finanzielle Auswirkungen haben:
- Einführung eines Karenztags: Arbeitnehmer müssten den ersten Krankheitstag möglicherweise ohne Lohnfortzahlung überbrücken.
- Verkürzte Lohnfortzahlungsdauer: Die Dauer der Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber könnte von derzeit sechs Wochen auf eine kürzere Frist reduziert werden.
- Früherer Übergang zu Krankengeld: Der Wechsel von der Lohnfortzahlung zum geringeren Krankengeld der Krankenkassen könnte schneller erfolgen.
Diese Maßnahmen zielen darauf ab, die finanziellen Belastungen für Arbeitgeber zu verringern und Anreize für eine schnellere Genesung zu setzen. Kritiker befürchten jedoch, dass dadurch insbesondere chronisch Kranke und Geringverdiener zusätzlich belastet werden könnten.
Hintergrund der Diskussionen
Die Gespräche finden vor dem Hintergrund steigender Ausgaben im Gesundheitswesen und einer alternden Gesellschaft statt. Die Regierung sucht nach Wegen, die Systeme langfristig zu stabilisieren, ohne die Beitragssätze deutlich anzuheben. Die genauen Details des Sparplans sind noch nicht finalisiert, aber die Diskussionen zeigen, dass grundlegende Änderungen im Krankheitsfall wahrscheinlich sind.
Betroffene Arbeitnehmer sollten sich auf mögliche Neuregelungen einstellen und gegebenenfalls frühzeitig mit ihrem Arbeitgeber oder ihrer Gewerkschaft über die Auswirkungen sprechen. Die endgültigen Entscheidungen werden voraussichtlich in den kommenden Monaten im Kabinett und Bundestag getroffen.



