Oktoberfest verbietet Champagnerduschen ab 2026
Oktoberfest verbietet Champagnerduschen

Das Oktoberfest in München wird ab diesem Jahr ohne Champagnerduschen auskommen. Die Stadt hat offiziell beschlossen, das Verspritzen von Champagner auf der Wiesn zu verbieten. Grund dafür ist, dass die Praxis als dekadente Lebensmittelverschwendung angesehen wird und nicht der Tradition des Festes entspricht. Betroffen sind vor allem die bekannten Zelte Kufflers Weinzelt und Käfers Wiesnschänke, in denen Champagnerduschen in den letzten Jahren immer wieder für Aufsehen sorgten.

Hintergrund des Verbots

Seit Mitte der 2010er Jahre hatten vor allem Gäste in Kufflers Weinzelt damit begonnen, Champagner in die Luft zu spritzen, ähnlich wie Fußballer nach einem Tor Bierduschen veranstalten. Das Phänomen breitete sich aus und führte zu zahlreichen Videos in sozialen Medien, die oft mit Empörung über die Dekadenz kommentiert wurden. Das zuständige Referat für Arbeit und Wirtschaft (RAW) unter Leitung von Christian Scharpf (SPD) befasste sich mit dem Thema und stellte fest, dass es sich nicht nur um Lebensmittelverschwendung handelt. Vielmehr entspreche diese Dekadenz nicht der Tradition und Strahlkraft des Oktoberfests.

Entscheidung des Interfraktionellen Arbeitskreises

Der Interfraktionelle Arbeitskreis "Oktoberfest", in dem parteiübergreifend Wiesn-Themen vorbesprochen werden, hat beschlossen, Champagnerduschen in Zukunft zu unterbinden. Eine entsprechende Entscheidung im Stadtrat gilt als reine Formsache. Damit wird das Verbot offiziell und bindend für alle Wiesnwirte.

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Reaktionen der Wirte

Sebastian Kuffler, Wirt des Weinzelts, zeigte sich gelassen gegenüber dem Verbot. Er erklärte, dass das große Champagner-Spritzen im Vergleich zu den 2010er Jahren bereits nachgelassen habe. "Mein Bruder Stephan und ich sind nicht die großen Freunde des Verbietens. Da ist es mir jetzt lieber, die Stadt verbietet es offiziell und wir können es so an die Gäste weiter kommunizieren", sagte er. In Kufflers Weinzelt stand eine 15-Liter-Champagnerflasche für über 5000 Euro auf der Karte. Kellner servierten auf Wunsch die Champagnerdusche als Service, inklusive Regenschirmen als Spritzschutz für benachbarte Gäste.

In Käfers Wiesnschänke, wo auch Wiesnbier von Paulaner ausgeschenkt wird, gab es ebenfalls Champagnerduschen, jedoch ohne Show-Element. Eine Sprecherin betonte, dass das Personal diese Praxis nie unterstützt habe. Michael Käfer selbst sagte: "Mit der Beschlussvorlage rennt man bei mir offene Türen ein. Das Spritzen von Champagner ist für mich indiskutabel und ich habe bei uns schon vor Jahren die Anweisung erteilt, dass wenn das jemand bei uns macht, er oder sie die Käfer Wiesn-Schänke bitte verlassen soll."

Umsetzung und Strafen

Wie genau das Verbot umgesetzt wird und welche Strafen bei Missachtung drohen, ist noch nicht abschließend geklärt. Die Stadt arbeitet derzeit an den Details. Möglicherweise werden die Wiesnbesucher in diesem Jahr neue Wege finden, ihre Lebensfreude zu teilen, ohne dabei auf das umstrittene Champagner-Spritzen zurückzugreifen.

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