Nach 20 Ehejahren: Die Angst vor der Einsamkeit überwinden
Nach 20 Ehejahren: Angst vor Einsamkeit überwinden

Als Event-Veranstalter Sören Bauer (55) seiner Frau das Jawort gab, glaubte er fest daran, dass ihre Liebe ein Leben lang halten würde. Zwei Jahrzehnte teilten sie Träume, Alltag und unzählige Erinnerungen. Doch eines Tages, ohne dass er es kommen sah, sprach sie das Wort aus, das alles veränderte: Scheidung. Für Bauer ein Schock, der seine Welt auf den Kopf stellte.

Der freie Fall nach der Trennung

„Nach 20 Ehejahren trennte sich meine Frau von mir. Die Scheidung fühlte sich an wie ein freier Fall“, erinnert sich Sören Bauer. Das Gefühl danach beschreibt er als eine Mischung aus Leere und Schwere. Vor allem ein Gedanke ließ ihn nicht mehr los: „Was, wenn ich mich nie wieder verlieben werde?“ Heute blickt er lächelnd auf diese Zeit zurück: Die Sorge war unbegründet.

Ein Winterabend an der Alster

Bauer erzählt: „Es war Winter 2022, ein kalter, dunkler Abend in Hamburg. Ich ging mit einem Freund an der Alster entlang. Die Stadt glitzerte im Nieselregen. Für dieses Wetter waren erstaunlich viele Menschen unterwegs – vor allem Paare. ‚Die Scheidung ist das Beste, was dir je passieren konnte‘, sagte mein Freund. Ich sah aufs Wasser und hörte mich antworten: ‚Weißt du, ich glaube, dass ich nie wieder jemanden kennenlernen werde.‘ Nach der Trennung fühlte ich mich, als hätte ich die Anziehungskraft eines Igels und die Ausstrahlung eines Steins.

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Ein Match, das alles verändert

Eineinhalb Jahre später passierte das, woran ich nicht mehr glaubte. Auf einer Dating-Plattform sah ich Anne (Name geändert). Wir schrieben hin und her und vereinbarten ein erstes Treffen. Als sie durch die Tür des Restaurants kam und ich in ihre Augen blickte, dachte ich nur: ‚Oh mein Gott, diese Frau!‘ Wir tranken Cola, aßen Pasta. Innerlich musste ich lächeln – zu oft hatte ich Dates, bei denen sich mein Gegenüber mit ein, zwei Gläsern Mut antrank. Ich war begeistert von ihr und fühlte mich wie ein unsicherer Teenager, brachte kaum einen Ton heraus. Trotzdem telefonierten wir danach. Trafen uns wieder. Bei unserem ersten Kuss hatte ich Schmetterlinge im Bauch. Dann kam der erste Sex. Nach so langer Zeit war das aufregend. ‚Wow, das ist einfach nur schön‘, war mein erster Gedanke danach. Ich war verliebt. Ängstlich. Aber ziemlich glücklich.

Die Geste, die mein Herz öffnete

Es gab viele kleine Momente, die sich in mein Herz brannten. Wir verbrachten ein verlängertes Wochenende auf Mallorca, schlenderten händchenhaltend durch die Straßen. Dann passierte etwas, das ich nie vergessen werde: Sie nahm meine Hand und strich mit ihrem Daumen ganz zart über meinen. Machte ich diese Geste bei meiner Ex, war sie genervt. Aber nun war alles anders. Wie sehr manchmal die kleinste Bewegung – ein Daumen, ein stilles Streicheln – ein ganzes Herz öffnen kann.

Der Hamburger Event-Manager und Buchautor Sören Bauer hat seine Geschichte in dem Buch „Sören und ich – Wie ich durch eine schwere Krise ein glücklicher Mensch wurde“ (GU-Verlag, ca. 22 Euro) veröffentlicht. Transparenz-Hinweis: Einige Links in diesem Artikel sind Affiliate-Links. Das bedeutet, dass wir eine Provision erhalten, wenn Sie ein Produkt über diese Links kaufen. Für Sie ändert sich der Preis nicht. Unsere redaktionelle Unabhängigkeit bleibt davon unberührt.

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