Mobbing-Skandal: Senatorin entschuldigt sich bei schwulem Lehrer
Senatorin entschuldigt sich bei gemobbtem Lehrer

Der Fall des Pädagogen Oziel Inácio-Stech, der im Sommer 2025 bundesweit für Schlagzeilen sorgte, hat nun ein versöhnliches Ende gefunden. Berlins Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch (CDU) hat sich bei Inácio-Stech offiziell entschuldigt und ihn rehabilitiert. Der Lehrer war an der Carl-Bolle-Grundschule im Berliner Stadtteil Moabit aufgrund seiner Homosexualität von überwiegend muslimischen Schülern angefeindet worden. Zudem wurde er von einer Kollegin und der damaligen Schulleitung mit falschen Vorwürfen konfrontiert.

Hintergrund des Skandals

Inácio-Stech hatte öffentlich gemacht, dass weder die Schulleitung noch die Schulaufsicht ihm gegen das Mobbing zur Seite gestanden hätten. Stattdessen sei ihm von einer Kollegin vorgeworfen worden, Kindern zu nahe gekommen zu sein. Die polizeilichen Ermittlungen wurden jedoch später eingestellt. In einem Interview mit dem SPIEGEL im Juni 2025 beschrieb der Pädagoge die Anfeindungen als „die Hölle“ und sprach von einem „kompletten Systemversagen“. Damals wies die Bildungssenatorin diese Kritik noch zurück.

Entschuldigung und Rehabilitierung

Nun hat Günther-Wünsch in einem persönlichen Brief an Inácio-Stech ihr Bedauern ausgedrückt. Laut Berichten von „Tagesspiegel“ und „Süddeutscher Zeitung“ schrieb sie: „Ich entschuldige mich ausdrücklich dafür, dass selbst, nachdem die Staatsanwaltschaft das Ermittlungsverfahren nach § 170 Absatz 2 Strafprozessordnung eingestellt hat, weiterhin gegen Sie schulintern ermittelt worden ist und die Konfliktsituation an der Carl-Bolle-Grundschule im Interesse aller Kolleginnen und Kollegen nicht gelöst werden konnte.“ Sie stellte zudem klar, dass ihm kein dienstliches Fehlverhalten, keine Pflichtverletzung und kein disziplinarisch relevantes Verhalten vorgeworfen werde. Die Senatorin bedauerte, dass die damaligen Auseinandersetzungen ihn weiterhin stark belasten.

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Reaktion des Pädagogen

Inácio-Stech zeigte sich erleichtert und überglücklich über die Rehabilitierung. Gegenüber der „Süddeutschen Zeitung“ sagte er, die Senatorin habe „Rückgrat bewiesen“ und in der Öffentlichkeit sämtliche Fehler im Umgang mit seinem Fall eingeräumt. Der Pädagoge ist nach wie vor aufgrund einer starken posttraumatischen Belastungsstörung krankgeschrieben und befindet sich in psychotherapeutischer und psychiatrischer Behandlung. Er berichtete jedoch, dass die Angst- und Panikattacken nach mehreren persönlichen Treffen und der Entschuldigung der Senatorin größtenteils verschwunden seien.

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