Die geplante Wakeboard-Anlage am südlichen Ende des Claassees in Rechlin wird doch nicht realisiert. Stattdessen soll die Anlage nun an anderer Stelle entstehen. Investor Jannis Winkel von der Firma „Wakevida Wake- und Aquapark Müritz“ teilte dem Nordkurier mit, dass die Baukosten für eine Anlage im Wasser die möglichen Einnahmen deutlich übersteigen würden.
Gründe für die Planänderung
Der Zustand des Seegrunds sei zu schlecht. An der geplanten Stelle befinde sich eine dicke Schlammschicht, in der spezielle Metallmasten für das Seilzugsystem nicht halten würden. Zudem bestehe die Möglichkeit, dass im Schlamm noch alte Munition liege. In den vergangenen Jahren wurden in Rechlin immer wieder alte Fliegerbomben entschärft.
Reaktion der Gemeinde
Rechlins Bürgermeister Wolf-Dieter Ringguth (CDU) erklärte: „Klar hätte man das auch schon vorher wissen können, aber in der Bauplanung will man es eben genau wissen und untersuchen lassen, um zu einer Entscheidung zu kommen.“ Er stellte jedoch klar: „Der Investor ist nicht abgesprungen, aber er will nicht mehr im Wasser bauen.“
Ursprüngliche Pläne
Für die Wakeboard-Anlage hatte die Gemeindevertretung bereits einen Aufstellungsbeschluss für einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan gefasst. Geplant war ein schwimmender Freizeitpark mit Hindernissen im südlichen Bereich des Sees – ähnlich der Anlage im Rostocker IGA-Park – sowie eine Wakeboard-Anlage mit Seilzugsystem. Diese sollte rund 150 Meter lang und 30 Meter breit werden und sich in direkter Nähe zum Luftfahrttechnischen Museum und dem dekontaminierten Areal des ehemaligen Bundeswehrdepots befinden.
Neue Pläne an Land
Die Wakeboard-Anlage soll nun an einer anderen Stelle an Land entstehen. „Das Vorhaben wird ausdrücklich von der Gemeinde unterstützt“, sagte Bürgermeister Ringguth. Investor Jannis Winkel erklärte: „Das wird noch dauern und sich bestimmt erst in einem Jahr entscheiden, ob das in diesem Fall wirtschaftlich wäre. Wir wollen eine neue Fläche finden. Bisher steht es aber nicht fest, ob es wirklich umsetzbar ist. Der Zeitraum liegt bei mehreren Jahren, bis die Anlage entstehen kann. Ich bleibe mit der Gemeinde im Gespräch.“
Möglicher Standort
Das neue Gelände könnte im Bereich des alten Militärgeländes der Bundeswehr erschlossen werden, wo auch das Hafendorf Müritz der Kuhnle-Unternehmensgruppe liegt. „Da sind jetzt schon etwa 1000 neue Betten entstanden, und das wollen wir erweitern und den Bereich neu erschließen, um weitere Betten zu schaffen. Es ist aber auch besonders wichtig, nicht nur Betten, sondern auch touristische Infrastruktur zu schaffen, und die ist bei uns leider rar gesät“, erklärte Ringguth.
Vorteile der Verlagerung an Land
Die Wakeboard-Anlage könnte auch mit einem künstlich angelegten Gewässer funktionieren – das gebe es bereits mehrfach in Europa, argumentiert der Bürgermeister. Die Planänderung habe zwei Vorteile: Zum einen seien die Einwände der Bootsschuppen-Besitzer vom Tisch, zum anderen vereinfache das Bauen an Land die Zusammenarbeit mit der Naturschutzbehörde des Landkreises.
Zeitlicher Rahmen und Finanzierung
Es sei noch zu früh, um zu sagen, um wie viel Geld es bei dem Projekt gehe, sagte Ringguth. Auch wie lange es noch dauern wird, bis die Wakeboard-Anlage fertig ist, könne er bisher nicht datieren. „Wir müssen praktisch einen ganzen Ortsteil in Rechlin neu erfinden, und es handelt sich um alte militärische Plätze. Das dauert mindestens noch zwei bis drei Jahre, bis die Gebiete erschlossen sind. Wir haben aber volle Unterstützung durch Land und Bund.“ Die Förderanträge in Schwerin seien bereits genehmigt. Wann genau die neue Sportanlage fertig sein wird, ist unklar, es dürfte aber sicherlich noch einige Jahre dauern.



