In der Rostocker Südstadt beginnt ein neues Modellprojekt, das die Anonymität in Plattenbauten verringern und die Gemeinschaft fördern soll. Rund 17.000 Menschen leben in diesem Stadtteil, der von DDR-zeitlichen Plattenbauten geprägt ist. Quartiersmanager Robert Sonnevend vom Förderverein Gemeindepsychiatrie Rostock betont: „Soziale Strukturen nehmen immer mehr ab.“ Das Projekt trägt den Titel „Hausgemeinschaften entwickeln und nachhaltig aufstellen in der Rostocker Südstadt“ und ist laut Sonnevend in seiner Art nahezu einzigartig.
Offensive gegen Anonymität und Vereinsamung
Die Initiative konzentriert sich auf einzelne Wohnblöcke und Hausaufgänge. Geplant sind moderierte Prozesse zur Entwicklung von Hausgemeinschaften, Bewohnerbefragungen, Nachbarschaftsfeste, Workshops und der Aufbau nachhaltiger Selbsthilfestrukturen. Auch Einkaufs- oder Hausaufgabenhilfen sowie Gemeinschaftsgärten sind denkbar. „Besonders benachteiligte, von Einsamkeit bedrohte oder hilfsbedürftige Menschen sollen so wieder stärker in das soziale Leben eingebunden werden“, erklärt Sonnevend.
Finanzierung durch Fernsehlotterie-Spende
Ermöglicht wird das Projekt durch eine zweckgebundene Förderung der Deutschen Fernsehlotterie in Höhe von 86.500 Euro. Diese deckt anteilig Personalkosten für eine Projektmitarbeiterin sowie Sachkosten ab. Die Gesamtkosten belaufen sich auf über 109.000 Euro. Die Umsetzung ist bis Ende 2028 gesichert. Stephan Masch von der Fernsehlotterie ergänzt: „Viele Bewohner wünschen sich mehr soziale Kontakte und gegenseitige Unterstützung. Das Projekt stärkt dies und verbessert die regionale Lebensqualität und Teilhabe.“
Projektleiterin Jacqueline Heider wird das Vorhaben betreuen. In enger Kooperation mit den Wohnungsgenossenschaften Marienehe und Schifffahrt-Hafen sollen die Bewohner aktiv eingebunden werden. Sonnevend freut sich: „Nur durch diese Förderung können wir nachbarschaftliche Hilfestrukturen aufbauen und die Bewohner stärker miteinander verbinden.“



