Neue Tagespflege in Roßlau: Wie aus der Gaststätte „Am Wasserturm“ das „Haus Katharina“ wurde
Lange war es ruhig in der Gaststätte „Am Wasserturm“ in der Roßlauer Hohen Straße. Vorbei waren die Zeiten, in denen der Roßlauer Karneval Club hier feierte, die Roßlauer Fraueninitiative zur Modenschau einlud, Bands spielten oder Ausstellungen mit Kaninchen oder Ziergeflügel stattfanden. Nun hat sich das Gebäude in ein neues Zuhause für Senioren verwandelt: das „Haus Katharina“. Hier bietet der Pflegedienst von Nicole Kersten eine Tagesbetreuung an.
Am Dienstag wurde zur offiziellen Eröffnung der Tagespflege im „Haus Katharina“ in der Hohen Straße 10 in Roßlau eingeladen. Interessierte konnten Einblicke gewinnen und sich über das Angebot informieren. Die ehemalige Gaststätte wurde dafür umfassend renoviert und in helle, freundliche Räume verwandelt, die den Gästen eine angenehme Atmosphäre bieten sollen.
Ein neues Konzept für die Seniorenbetreuung
Nicole Kersten, Inhaberin des Pflegedienstes, erklärte ihre Vision: „Wir möchten älteren Menschen eine sinnvolle Tagesstruktur bieten und gleichzeitig ihre Angehörigen entlasten.“ Die Tagespflege bietet Platz für bis zu 15 Gäste, die von Montag bis Freitag betreut werden. Das Programm umfasst gemeinsame Aktivitäten wie Spiele, Bewegungseinheiten und kreative Angebote. Auch die Verpflegung wird vor Ort zubereitet, wobei auf individuelle Ernährungsbedürfnisse Rücksicht genommen wird.
Besonders ist die Einbindung der Eigentümerfamilie Wilke, die das Gebäude zur Verfügung stellt. „Wir sind froh, dass hier etwas Neues entstanden ist, das der Gemeinschaft dient“, sagte ein Familienmitglied bei der Eröffnung. Die Familie Wilke hat die Räumlichkeiten an den Pflegedienst vermietet und unterstützt das Projekt auch ideell.
Ein Gewinn für Roßlau
Die Stadt Roßlau profitiert von dem neuen Angebot, da es die Versorgungssituation für Senioren verbessert. Bisher mussten viele ältere Menschen für eine Tagespflege in umliegende Städte fahren. „Das Haus Katharina schließt eine Lücke“, betonte Kersten. Die Nachfrage sei bereits groß, viele Plätze seien schon belegt. Interessierte können sich noch für Wartelisten anmelden.
Mit der Eröffnung der Tagespflege hat die ehemalige Gaststätte eine neue Bestimmung gefunden. Wo früher fröhliche Feste stattfanden, wird nun für das Wohl der Senioren gesorgt. Ein gelungenes Beispiel für die Umnutzung von Gebäuden in Zeiten des demografischen Wandels.



