Großeinsatz gegen bewaffnete Drogenbande: Zoll stellt Kilogramm an Betäubungsmitteln und Waffen sicher
In einem spektakulären Schlag gegen die organisierte Kriminalität haben mehr als 300 Einsatzkräfte des Zolls eine junge Drogenbande in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen zerschlagen. Bei großangelegten Razzien wurden fünf Verdächtige festgenommen und erhebliche Mengen an Betäubungsmitteln sowie zahlreiche Waffen beschlagnahmt.
Massiver Einsatz mit über 300 Beamten
Der koordinierte Einsatz erfolgte unter Federführung des Zollfahndungsamtes Essen und der Staatsanwaltschaft Aurich. Bereits am 5. März durchsuchten die Ermittler insgesamt 15 Lager und andere Objekte in der Grafschaft Bentheim, im Kreis Steinfurt, im Großraum Köln sowie in Ostwestfalen. An den Operationen waren neben dem Zollfahndungsamt Essen auch Einheiten aus Hannover, Bremen, Dortmund, Krefeld, Oldenburg und Osnabrück beteiligt.
Besonders alarmierend: Die Spezialkräfte des Zollkriminalamtes, der Bundespolizei und des Landeskriminalamtes Niedersachsen wurden zusätzlich eingesetzt, um die bewaffneten Tatverdächtigen zu stellen. „Das ist für uns als Ermittler eine besorgniserregende Entwicklung“, kommentierte eine Sprecherin des Zollfahndungsamtes Essen die Situation.
Umfangreiche Beute: Drogen, Waffen und Vermögenswerte
Die Sicherstellungen während der Razzien waren umfangreich:
- Mehr als fünf Kilogramm Betäubungsmittel
- Zehn Schusswaffen mit dazugehöriger Munition
- Verschiedene andere Waffen wie Taser und Messer
- Arzneimittel, deren Herkunft und Verwendungszweck noch geklärt werden müssen
Im Rahmen eines sogenannten Vermögensarrestes beschlagnahmten die Ermittler zudem:
- Ein Fahrzeug
- Bargeld in nicht näher bezifferter Höhe
- Eine Goldmünze
- Eine hochwertige Armbanduhr
Der Gesamtwert dieser Vermögenswerte beläuft sich auf mehr als 65.000 Euro. Vier weitere Autos wurden als Tatmittel sichergestellt.
Junge Tätergruppe mit gefährlichem Arsenal
Die festgenommenen Verdächtigen – drei in Bad Bentheim und zwei in Schüttorf im Landkreis Grafschaft Bentheim – gehören zu einer achtköpfigen Tätergruppierung aus Heranwachsenden und jungen Erwachsenen. Laut Ermittlern waren die jungen Männer „bis an die Zähne bewaffnet“, was die Gefährlichkeit der Situation unterstreicht.
Die Ermittlungen laufen bereits seit Juli 2025, als das Zollfahndungsamt Essen mit Sitz in Nordhorn erste Hinweise auf die bandenmäßige Rauschgifthandelsorganisation erhielt. Bereits in früheren Phasen der Untersuchung konnten mehr als zehn Kilogramm Cannabis und Kokain sichergestellt werden.
Spezialisierte Spürhunde im Einsatz
Bei den Durchsuchungen kamen speziell ausgebildete Spürhunde zum Einsatz, die auf Rauschgift, Bargeld und Waffen trainiert sind. Diese vierbeinigen Helfer spielten eine entscheidende Rolle bei der Lokalisierung versteckter Beweismittel in den durchsuchten Objekten.
Die Staatsanwaltschaft Aurich hat inzwischen Haftbefehle gegen alle fünf festgenommenen Verdächtigen erlassen. Die Ermittlungen zur vollständigen Aufklärung der kriminellen Strukturen und möglicher weiterer Beteiligter werden intensiv fortgesetzt.



