Ein grauenhafter Internet-Trend sorgt derzeit für große Verunsicherung bei Jugendlichen und Eltern in Deutschland. Auf der Plattform TikTok verbreitet sich die falsche Nachricht von einem sogenannten „National Rape Day“ („Nationaler Vergewaltigungstag“). Die Behauptung: Am 24. April seien sexuelle Übergriffe straffrei erlaubt. Eine gefährliche und widerliche Lüge, wie Behörden betonen.
Schulen reagieren mit Aufklärungsbriefen
Da viele Minderjährige den Wahrheitsgehalt von Inhalten auf Internetplattformen nicht immer richtig einschätzen können, reagieren jetzt die Behörden. In Aachen (Nordrhein-Westfalen) informierten mehrere Schulleiter laut WDR per Elternbrief die Erziehungsberechtigten. Lehrer und Schulsozialarbeiter sind sensibilisiert und greifen das Thema im Unterricht auf. Auch die Aachener Polizei ist eingeschaltet. Ein Sprecher erklärte: „Wir prüfen die Strafbarkeit dieses Aufrufes.“
Auch Berliner Bildungssenatorin warnt
Auch in Berlin reagiert die Politik. Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch (CDU) warnte in einem Schreiben an rund 800 Schulen vor dem „verstörenden TikTok-Trend“. Die Falschmeldung werde derzeit verstärkt verbreitet, unter anderem über Chatgruppen unter Schülern. Bereits im Jahr 2021 kursierte ein entsprechendes Video, das später gelöscht wurde. Dennoch hält sich die Falschinformation hartnäckig – auch in Deutschland.
Unterschiedliche Reaktionen unter Schülern
Viele Jugendliche erkennen solche Inhalte mittlerweile als Falschmeldungen. Gleichzeitig gibt es aber weiterhin Schüler, die verunsichert sind oder die Inhalte sogar für glaubwürdig halten. Schulen setzen daher verstärkt auf Aufklärung und Gespräche, um die Jugendlichen zu schützen und ihnen zu zeigen, wie sie Falschinformationen erkennen können.
Rechtliche Konsequenzen möglich
Die klare Linie der Behörden: Sexuelle Übergriffe sind schwere Straftaten nach Paragraf 177 des Strafgesetzbuches. Auch das Verbreiten entsprechender Aufrufe kann rechtliche Konsequenzen haben. Die Polizei prüft derzeit, ob der Aufruf strafbar ist. Eltern und Lehrer sind aufgerufen, mit Jugendlichen über die Gefahren solcher Falschmeldungen zu sprechen und sie für das Thema zu sensibilisieren.



