Chabarowsk (Russland) – Ein Mordanschlag auf den berüchtigten Oberst Azatbek Omurbekov, genannt der „Schlächter von Butscha“, ist gescheitert. Statt des 42-jährigen Kommandeurs der 64. motorisierten Schützenbrigade wurde sein Untergebener, Oberstleutnant Alexey Kuzmenko (36), getötet. Die Bombe detonierte am Dienstagmorgen gegen 9 Uhr in einem Wohnblock auf dem abgeriegelten Militärstützpunkt Knyaze-Volkonskoye-1 im Osten Russlands.
Anschlag auf abgeschottetem Stützpunkt
Der Stützpunkt ist streng bewacht und nur mit Genehmigung zugänglich. Dennoch gelang es dem unbekannten Attentäter, eine Bombe in einem Briefkasten zwischen dem ersten und zweiten Stock zu platzieren. Eine Kamera zur Fernzündung wurde ebenfalls installiert. Offenbar wählte der Täter jedoch den falschen Eingang und tötete versehentlich Kuzmenko, während Omurbekov unverletzt blieb. Die Umstände sind unklar: Ob der Attentäter ein Insider war, gefälschte Papiere nutzte oder die Sicherheitsmaßnahmen mangelhaft waren, wird noch ermittelt.
Omurbekovs Rolle im Massaker von Butscha
Omurbekov befehligte die Einheiten, die im März 2022 in der ukrainischen Stadt Butscha mehr als 400 Zivilisten töteten. Die Europäische Union setzte ihn wegen seiner Rolle bei dem Massaker auf die Sanktionsliste. Trotz zahlreicher Beweise bestreitet Russland die Kriegsverbrechen. Präsident Wladimir Putin verlieh Omurbekov sogar den Titel „Held der Russischen Föderation“. Nach dem Massaker wurde er in den abgelegenen Stützpunkt versetzt.
Frühere Anschläge auf russische Militärs
Ukrainische Geheimdienste sollen seit Kriegsbeginn bereits Dutzende hochrangige russische Militärs oder von Russland eingesetzte Funktionäre ins Visier genommen haben. So starb im August 2022 die Nationalistin Darja Dugina durch eine Autobombe, im April 2023 wurde Militärblogger Maxim Fomin durch eine Explosion in einem Café in St. Petersburg getötet. Weder Moskau noch Kiew haben sich bisher zu dem gescheiterten Anschlag auf Omurbekov geäußert.



