Nahost-Konflikt: Infantino scheitert mit Vermittlungsversuch
Infantino scheitert bei Vermittlung in Nahost-Streit

FIFA-Präsident Gianni Infantino ist bei seinem Versuch gescheitert, im Nahost-Konflikt zwischen dem palästinensischen und dem israelischen Fußballverband zu vermitteln. Beim FIFA-Kongress in Vancouver verweigerte der palästinensische Verbandschef Jibril Rajoub seinem israelischen Kollegen Basim Scheich Suliman demonstrativ den Handschlag.

Infantinos Vermittlungsversuch scheitert

Infantino hatte die beiden Verbandsvertreter am Donnerstag auf die Bühne gebeten, um eine Geste der Versöhnung zu erreichen. Doch Rajoub war nicht bereit, für ein gemeinsames Foto zu posieren oder Suliman die Hand zu geben. Stattdessen redete er gestenreich auf Infantino ein. Der FIFA-Chef lächelte und appellierte an beide Seiten, zusammenzuarbeiten.

„Das sind, wie wir wissen, sehr häufig komplexe Angelegenheiten“, sagte der 56-Jährige. Sein Weltverband hatte im März entschieden, keine Maßnahmen gegen den israelischen Verband (IFA) zu ergreifen. Hintergrund sind Vorwürfe, wonach israelische Vereine mit Sitz im besetzten Westjordanland an israelischen Ligen teilnehmen.

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Palästinenser ziehen vor den CAS

Rajoub hatte zuvor den Druck auf die FIFA erhöht und den Internationalen Sportgerichtshof CAS angerufen. „Ich hoffe, dass diese Angelegenheit über den nächsten verfügbaren Rechtsweg zu einer verhältnismäßigen und endgültigen Lösung geführt wird“, sagte er. Die Berufung gegen die FIFA-Entscheidung sei am 20. April eingereicht worden.

„Unser Ziel ist nicht Konfrontation. Unser Ziel ist Korrektur“, ergänzte Rajoub. Er warnte vor einem „Präzedenzfall“ und hoffe, dass der nächste Kongress nicht über eine Abstimmung entscheiden müsse. Die FIFA solle den „gerechten und mutigen Weg“ einschlagen, der die Rechte aller Mitglieder schütze.

Der israelische Verbandsvize Suliman betonte in seiner Rede, dass es im Fußball „keinen Platz für Politik“ gebe. Die FIFA hatte sich rund zwei Jahre mit dem palästinensischen Antrag beschäftigt. Im März entschied das Gremium, dass keine Maßnahmen ergriffen werden sollten, da der „endgültige rechtliche Status des Westjordanlands nach dem Völkerrecht weiterhin eine ungelöste und äußerst komplexe Angelegenheit“ darstelle.

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