Hohe Mieten vertreiben Hells Angels und Bandidos aus Berlin
Hohe Mieten vertreiben Rocker aus Berlin

Berlin – Während in Nordrhein-Westfalen die Mitgliederzahlen von Bandidos und Hells Angels rasant steigen, kämpfen die Rocker in Berlin mit ganz eigenen Problemen. Immer mehr Ortsgruppen, sogenannte Charter oder Chapter, verlagern ihre Clubhäuser aus der Hauptstadt ins benachbarte Brandenburg.

Polizei nennt klare Gründe

Polizeisprecher Martin Stralau nennt die Ursachen deutlich: „Als mögliche Ursachen hierfür sind insbesondere der anhaltend hohe Kontrolldruck sowie durchgesetzte Vereinsverbote durch die Polizei Berlin, aber auch das gestiegene Mietenniveau innerhalb Berlins zu nennen.“ Das bedeutet: Starke Kontrollen und hohe Kosten treiben die Szene aus der Stadt. Dennoch verschwinden die Rocker nicht vollständig aus Berlin.

Einfluss bleibt bestehen

Stralau stellt klar: „Ungeachtet dieser räumlichen Verlagerungen ist aber davon auszugehen, dass die Einflussbereiche der betreffenden Gruppierungen weiterhin auch das Berliner Stadtgebiet umfassen.“ Es gebe jedoch keine Hinweise auf neue Strukturen. „In Berlin sind der Polizei zum jetzigen Zeitpunkt keine ständigen Mitgliederwechsel bzw. Neugründungen von Gruppierungen oder deren Ableger bekannt.“

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Keine Konflikte zwischen großen Clubs

Auch von offenen Machtkämpfen ist derzeit nichts zu sehen. Der Polizei liegen keine Erkenntnisse über bestehende Konflikte zwischen den großen Clubs – Hells Angels oder Bandidos – in der Hauptstadt vor. Laut Polizeisprecher existieren in Berlin immerhin 22 Charter/Chapter verschiedener OMCGs (Outlaw Motorcycle Gangs) und ihrer Supporter.

Hunderte Rocker in der Hauptstadt

„Die Berliner Motorrad-Gangs haben zum jetzigen Zeitpunkt mehrere Hundert Angehörige.“ Eine beachtliche Zahl. Ob die Zunahme der Ortsgruppen und Mitgliederzahlen in Nordrhein-Westfalen möglicherweise Auswirkungen auf Berlin hat, ist unklar. Der Polizeisprecher verspricht: „Ungeachtet dessen beobachtet die Polizei Berlin die Entwicklungen auf bundesweiter sowie europäischer Ebene sehr aufmerksam und kontinuierlich.“ Ziel ist es, mögliche Veränderungen oder aufkommende Spannungen frühzeitig zu erkennen, um bei Bedarf schnell und angemessen reagieren zu können.

Razzia in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg

Erst am Dienstag gab es eine größere Razzia im Dealer- und Rockermilieu in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg. Es wurden 21 Objekte durchsucht und Drogen im Kilobereich, scharfe Waffen und mehrere Tausend Euro Bargeld sichergestellt. Drei Männer im Alter von 28, 29 und 44 Jahren sowie eine 34-jährige Frau sind festgenommen worden. Ihnen wird unter anderem der unerlaubte Handel mit Betäubungsmitteln in nicht geringen Mengen und der Verstoß gegen das Waffengesetz vorgeworfen. Die kriminellen Rocker-Gangs werden von der Polizei der Organisierten Kriminalität zugerechnet. Laut Sprecher Martin Stralau zählen dazu Taten im Rotlichtmilieu sowie Drogen- und Waffenhandel.

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