Goldspürhunde durchkämmen Grundstück in Plate: Suche nach Manching-Schatz
Goldspürhunde suchen in Plate nach Manching-Schatz

In Plate bei Schwerin hat die Polizei am Montag erneut die Suche nach dem verschwundenen Goldschatz von Manching aufgenommen. Rund 60 Einsatzkräfte, darunter Goldspürhunde aus Ungarn, durchkämmen das Grundstück des Hauptverdächtigen. Die Aktion wird von einer internationalen Taskforce unterstützt.

Hintergründe der erneuten Durchsuchung

Fast vier Jahre nach dem Einbruch in das Kelten Römer Museum in Manching haben die Kunstfahnder des bayerischen Landeskriminalamtes erneut ein Wohnanwesen in Mecklenburg-Vorpommern ins Visier genommen. Durchsucht wird seit den Morgenstunden das Grundstück des mutmaßlichen Haupttäters aus Plate sowie das seiner Lebensgefährtin. Neue Erkenntnisse hatten den Ausschlag für die großangelegte Aktion gegeben.

Einsatz von Goldspürhunden

„Wir unternehmen heute noch einmal den Versuch, die restlichen Stücke des Goldschatzes von Manching zu finden. Bei einer der ersten Durchsuchungen konnte ein kleiner Teil gefunden werden, es fehlen aber immer noch 411 Goldmünzen“, erklärte Fabian Puchelt, Pressesprecher des Landeskriminalamtes Bayern. Die Suche ist auf mehrere Tage angelegt.

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Räume werden vermessen und mit Bauplänen abgeglichen, Möbel Stück für Stück zerlegt, um mögliche Verstecke aufzuspüren. Selbst die Bodenplatte des Hauses und das gesamte Grundstück werden mit modernster Radartechnik durchleuchtet. Parallel dazu kommen speziell ausgebildete Spürhunde zum Einsatz – ein eher ungewöhnliches Mittel im Kampf gegen Kunstdiebstahl.

„Wir haben dieses Mal Cocker Spaniel und einen Schäferhund im Team, die als Goldspürhunde ausgebildet wurden. Sie kommen aus Ungarn, genauer gesagt gehören sie zum Nationalmuseum Budapest und sind in der Lage, Gold zu riechen. Das ist schon etwas sehr Besonderes“, so Puchelt.

Internationale Unterstützung

Unterstützt werden die bayerischen Ermittler von einem internationalen Netzwerk: Neben dem Bundeskriminalamt und Kräften aus Mecklenburg-Vorpommern ist auch eine von der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) geleitete „Heritage Crime Task Force“ beteiligt. Experten aus Kanada, Großbritannien, den USA und Ungarn arbeiten dabei Hand in Hand.

„Es geht beim Goldschatz von Manching ja nicht nur um den Geldwert an sich, sondern dieser Schatz ist bayerisches Kulturgut. Der Keltenschatz hat einen sehr hohen historischen Stellenwert und wir wollen ihn zurück“, betont LKA-Sprecher Puchelt.

Hintergrund des Kunstraubs

In der Nacht zum 22. November 2022 drangen Täter in das Museum in Manching ein und entwendeten den größten keltischen Goldfund des 20. Jahrhunderts. Insgesamt 483 Münzen und einen Goldklumpen mit einem Gesamtgewicht von rund 3,7 Kilogramm. Archäologen hatten den Schatz erst 1999 entdeckt, später wurde er zum Herzstück der Ausstellung.

Nach intensiven Ermittlungen konnten vier Männer im Juli 2023 festgenommen werden. Das Landgericht Ingolstadt verurteilte sie wegen schweren Bandendiebstahls zu Haftstrafen zwischen vier Jahren und neun Monaten sowie elf Jahren. Hauptangeklagter ist ein 48-Jähriger aus Plate, genau dessen Grundstück nun erneut durchsucht wird. Das Urteil ist bislang nicht rechtskräftig.

Ein Teil der Beute tauchte bereits auf: etwa 500 Gramm Gold, mutmaßlich eingeschmolzen. Es gäbe jedoch den begründeten Verdacht, dass sich weiteres Gold auf dem Grundstück befindet. „Sonst wären wir heute nicht hier und auch nicht mit so großer Unterstützung“, hieß es vom bayerischen Landeskriminalamt.

Geldwäsche-Ermittlungen

Die aktuelle Durchsuchung läuft in einem neuen Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Geldwäsche. Im Fokus steht neben dem inhaftierten Haupttäter auch seine Lebensgefährtin, die laut Ermittlern von den Taten gewusst und beim Umgang mit dem mutmaßlich kriminell erlangten Geld geholfen haben soll.

Während die nächsten Spürhunde ungeduldig auf ihren Einsatz warten und die Drohne weiter über dem Gelände kreist, bleibt die Hoffnung der Ermittler greifbar: „Es wäre wirklich ein riesengroßer Erfolg, wenn wir hier doch noch fündig werden und vor allem, wenn die restlichen Münzen unversehrt sind und nicht eingeschmolzen wurden“, betont Fabian Puchelt.

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