Ex-Freundin des korrupten Staatsanwalts zu Geldstrafe verurteilt
Ex-Freundin des korrupten Staatsanwalts verurteilt

Eine 28-jährige Frau ist wegen Strafvereitelung und Falschaussagen im Zusammenhang mit dem Fall eines korrupten Staatsanwalts aus Hannover zu einer Geldstrafe von 12.600 Euro verurteilt worden. Das Amtsgericht Hannover verhängte insgesamt 180 Tagessätze zu je 70 Euro. Das Urteil entspricht dem Antrag der Staatsanwaltschaft und ist noch nicht rechtskräftig. Zuvor war bereits ein Strafbefehl gegen die Ex-Partnerin des Juristen rechtskräftig geworden, gegen den sie jedoch Einspruch eingelegt hatte, da sie die Höhe von 30.000 Euro als zu hoch empfand.

Hintergrund des Falls

Der 40-jährige Staatsanwalt war im März zu achteinhalb Jahren Gefängnis verurteilt worden, weil er Informationen aus Ermittlungsverfahren an Drogenhändler weitergegeben und eine Razzia verraten hatte. Er legte Revision gegen das Urteil ein. Nach einem Verständigungsvorschlag der Strafkammer hatte der Jurist den Großteil der ihm vorgeworfenen Taten gestanden. Ein 42-jähriger Boxtrainer, der wegen Beihilfe zur Bestechung angeklagt war, wurde zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten verurteilt. Auch er will das Urteil anfechten.

Vorwürfe gegen die Ex-Freundin

Die Anklagebehörde wirft der 28-Jährigen vor, durch ihre Falschaussagen mehr als 30 Straftaten des Juristen verjährt zu haben. Sie habe „bewusste Lügen“ verbreitet. Im Landeskriminalamt sagte sie wörtlich: „Er hat sowieso keine Informationen mit mir geteilt. Mir war auch bewusst, dass ein Staatsanwalt nicht über seine Arbeit sprechen darf.“ In einer WhatsApp-Nachricht an den 40-Jährigen schrieb sie dagegen laut Anklage: „Du machst das wundervoll, liebe es, deine Anklagen zu lesen.“

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Geständnis und Reue

Vor Gericht gestand die Frau die Vorwürfe und zeigte Reue. Sie entschuldigte sich mit den Worten: „Es tut mir unfassbar leid.“ Dies wirkte sich strafmildernd aus, ebenso der Druck, unter dem sie nach eigenen Angaben lebte. Der verurteilte Staatsanwalt habe sie in emotionaler Abhängigkeit gehalten – sie sprach von bewusster Manipulation. Er habe sie isoliert, geohrfeigt und ihre Wahrnehmung infrage gestellt. Zudem habe er sie durch eine Haustürkamera bewacht und ihr Handy kontrolliert. Die Beziehung zwischen den beiden bestand von 2019 bis 2022, Anfang 2023 kam es zu einer erneuten Annäherung.

Bei ihrer Zeugenaussage beim Landeskriminalamt habe sie „massiv unter Druck“ gestanden. Ihr Ex-Freund habe sie eingeschüchtert und sowohl sie als auch ihre Familie bedroht – unter anderem mit der Veröffentlichung von Nacktbildern. Ihre Anwältin erklärte, die Frau habe sich aufgrund der Drohungen zu den Falschaussagen hinreißen lassen, aber auch aus Leichtgläubigkeit und Naivität. Zudem habe die Frau den Staatsanwalt regelmäßig in seinem Büro getroffen, was den Vorgesetzten bekannt gewesen sei: „Sie ist dort ein und aus gegangen.“

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