Mexiko: Angriff auf Touristen an Pyramiden nach US-Massaker-Vorbild
Angriff an Pyramiden nach US-Vorbild

Bewaffneter Angriff an historischer Stätte schockiert Mexiko

Ein beispielloser Vorfall hat die berühmte Pyramidenstadt Teotihuacan in Mexiko erschüttert. Bei einem bewaffneten Angriff auf Touristen wurde eine kanadische Staatsbürgerin getötet und 13 weitere Menschen aus verschiedenen Nationen verletzt. Die Tat ereignete sich am 27. Jahrestag des verheerenden Schulmassakers an der Columbine High School in den USA, was Ermittler zu besonderen Schlussfolgerungen führt.

Ermittlungen zeigen planvollen Hintergrund

Laut Generalstaatsanwalt José Luis Cervantes vom Bundesstaat México handelte es sich bei dem 27-jährigen mexikanischen Täter um einen Einzelgänger mit psychopathischem Profil. „Diese Handlung war nicht spontan“, betonte Cervantes auf einer Pressekonferenz mit Präsidentin Claudia Sheinbaum. Der Mann habe die Ausgrabungsstätte mehrfach vor dem Vorfall besucht und bei sich Schriften sowie Bilder getragen, die mutmaßlich mit einer Gewalttat vom April 1999 in den USA in Bezug stehen.

Obwohl Columbine nicht explizit genannt wurde, deuten Medienberichte darauf hin, dass das Massaker von 1999, bei dem 13 Menschen starben, als Vorbild diente. Cervantes charakterisierte den Täter als jemanden mit einer Neigung zur Nachahmung internationaler Ereignisse.

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Ablauf der Gewalttat und Sicherheitsmaßnahmen

Der Angreifer positionierte sich auf der Mondpyramide und feuerte insgesamt 14 Schüsse ab. Der erste Notruf ging um 11:20 Uhr Ortszeit ein, woraufhin die Nationalgarde innerhalb von zehn Minuten eintraf. Nachdem Beamte den Täter durch Schüsse am Bein verletzt hatten, beging dieser Suizid.

Unter den Verletzten befanden sich Touristen aus:

  • Kolumbien (darunter ein sechsjähriges Kind)
  • Kanada
  • Russland
  • Brasilien (einschließlich einer 13-Jährigen)
  • den USA

Sieben Personen erlitten Schussverletzungen, während andere bei Stürzen verletzt wurden. Präsidentin Sheinbaum erklärte, dass solch ein Vorfall in Mexiko bisher unbekannt war und ordnete die vorübergehende Schließung der Ruinenstadt an. Zudem kündigte sie eine Überprüfung der Sicherheitsprotokolle an, da archäologische Stätten bisher keine Metalldetektorschleusen besaßen.

Auswirkungen auf Tourismus und internationale Veranstaltungen

Teotihuacan ist mit jährlich etwa 1,6 Millionen Besuchern die zweitmeistbesuchte Ausgrabungsstätte Mexikos nach Chichén Itzá. Die Nähe zu Mexiko-Stadt (rund 50 Kilometer) macht sie zu einem beliebten Tagesausflugsziel. Der Angriff wirft Fragen zur Sicherheit von Touristen auf, obwohl Mexiko traditionell eher durch Drogenkartellgewalt geprägt ist, bei der Touristen selten direkt betroffen sind.

Vor dem Hintergrund der anstehenden Fußball-Weltmeisterschaft, die am 11. Juni im Aztekenstadion von Mexiko-Stadt eröffnet wird und gemeinsam mit den USA und Kanada ausgetragen wird, betonte Sicherheitsminister Omar García Harfuch: „Die Sicherheit der Weltmeisterschaft ist gewährleistet.“ Dies ist besonders relevant, da es bereits zuvor Bedenken zur Sicherheitslage gab, insbesondere nach der Tötung des Drogenbosses Nemesio Oseguera Cervantes Ende Februar, die zu Gewaltausbrüchen mit über 70 Todesopfern führte.

Die mexikanische Regierung steht nun vor der Herausforderung, das Vertrauen in die Sicherheit für Touristen und internationale Events wiederherzustellen, während gleichzeitig die Aufarbeitung dieses tragischen Einzelfalls weitergeht.

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