Zwei Großinvestoren zeigen Interesse an Mecklenburg-Vorpommern
Der Wirtschaftsstandort Mecklenburg-Vorpommern könnte in naher Zukunft einen bedeutenden Aufschwung erleben. Gleich zwei potenzielle Großinvestoren haben ihr Interesse an neuen Standorten im Nordosten bekundet. Es handelt sich dabei um den etablierten Zementhersteller Schwenk aus Ulm und den international tätigen Konzern Sanvira aus Indien. Beide Unternehmen befinden sich in Gesprächen über mögliche Ansiedlungen, die Investitionen in Milliardenhöhe und die Schaffung zahlreicher neuer Arbeitsplätze versprechen.
Schwenk prüft Häfen in Rostock und Mukran
Der Zementgigant Schwenk, der bereits mehrere Werke in Deutschland betreibt, sucht aktiv nach einem Standort an der Ostsee. Eine Unternehmenssprecherin bestätigte, dass Gespräche mit den Häfen in Rostock und Mukran auf Rügen geführt werden. „Im Rahmen strategischer Projekte stehen wir zu den genannten Standorten in einem Austausch mit regionalen Vertreterinnen und Vertretern“, erklärte Laura Schleicher. Allerdings betonte sie, dass man sich noch in einer sehr frühen Phase der strategischen Prüfung befinde und daher keine Details preisgeben könne.
Für Schwenk ist der Anschluss ans Wasser von entscheidender Bedeutung, da die Produktion einen hohen Wasserverbrauch erfordert. Zudem müssten Fragen zur benötigten Stromleitung und zu den CO2-Emissionen noch geklärt werden. Der Hafen in Mukran scheint dabei aktuell die besseren Chancen zu haben, obwohl auch Rostock weiterhin im Rennen ist.
Sanvira plant Produktion von Aluminiumanoden
Der indische Konzern Sanvira, der als führender Hersteller von Materialien auf Kohlenstoffbasis gilt, plant offenbar die Produktion von Anoden für die Aluminiumherstellung in Mecklenburg-Vorpommern. Das Unternehmen, das auch im Oman produziert und sich auf biologische Stoffe wie Enzyme oder Probiotika spezialisiert hat, könnte damit einen doppelten Umschlag in einem Hafen des Nordostens generieren: Rohstoffe würden angeliefert und fertige Produkte wieder ausgeführt. Sanvira hat auf Anfragen bisher nicht reagiert, was die Spekulationen jedoch nicht dämpft.
Positive Signale aus Wirtschaft und Politik
Klaus-Jürgen Strupp, Präsident der Industrie- und Handelskammer Rostock, äußerte sich optimistisch über die möglichen Ansiedlungen. „Beide Standorte wären wichtig für eine positive Entwicklung unseres Kammerbezirks“, sagte er. „Für die Entwicklung der Häfen an beiden Standorten wäre das großartig, sowohl was den Umschlag als auch die Produktion angeht und natürlich für die Schaffung von Arbeitsplätzen.“
Das Wirtschaftsministerium in Schwerin hält sich hingegen bedeckt. Ein Sprecher von Minister Wolfgang Blank erklärte, dass Mecklenburg-Vorpommern ein hochattraktiver Standort sei, aber eine erfolgreiche Ansiedlung von vielen Faktoren abhänge. Aus Rücksicht auf die beteiligten Unternehmen werde keine Auskunft zum aktuellen Stand gegeben. Dies wird jedoch nicht als Dementi gewertet, sondern eher als Bestätigung der laufenden Verhandlungen.
Die Häfen in Rostock und Mukran verweisen auf die gebotene Diskretion bei solchen Ansiedlungsprozessen. Dennoch deuten alle Indizien darauf hin, dass Mecklenburg-Vorpommern vor einer wirtschaftlich bedeutenden Entwicklung stehen könnte, sollten die Gespräche mit Schwenk und Sanvira erfolgreich verlaufen.



