Der AfD-Politiker Björn Höcke war zu Gast im Podcast von Ben Berndt – und durfte dort viereinhalb Stunden lang ungestört seine radikalen Ansichten vortragen. Das Gespräch, das ohne kritische Nachfragen auskam, verbreitet sich rasant im Netz. Doch wer ist der Mann, der dem Rechtsextremisten eine derart große Bühne bietet?
Ein Podcast ohne Widerspruch
In der Folge des Formats „Ungeskriptet“ sprach Höcke über Themen wie Migration, die Corona-Pandemie und seine politischen Ziele. Berndt stellte kaum kritische Fragen, ließ den Politiker weitgehend frei reden. Das sorgt für Empörung: Kritiker werfen dem Podcaster vor, Höcke eine Plattform für seine verfassungsfeindlichen Positionen zu bieten.
Wer ist Ben Berndt?
Ben Berndt ist ein deutscher Podcaster und YouTuber, der vor allem für sein Interview-Format bekannt ist. Er bezeichnet sich selbst als „neutralen Journalisten“, der allen Gästen eine Stimme geben will. Zu seinen bisherigen Gästen zählen neben Höcke auch andere umstrittene Persönlichkeiten aus dem politischen Spektrum. Berndt betont stets, dass er keine politische Agenda verfolge, sondern lediglich Gespräche führen wolle.
Doch genau diese Haltung wird ihm nun zum Vorwurf gemacht: Indem er Höcke unkritisch reden lasse, mache er sich zum Sprachrohr rechtsextremer Ideologien. Die Episode erreicht innerhalb weniger Tage hunderttausende Aufrufe und wird breit in sozialen Medien diskutiert.
Reaktionen und Folgen
Politiker und Journalisten fordern Konsequenzen. Einige verlangen, dass Plattformen wie YouTube das Video löschen. Andere sehen die Verantwortung bei Berndt selbst. Der Podcaster selbst verteidigt sich: Er wolle niemandem eine Bühne bieten, sondern lediglich „ungefilterte“ Einblicke ermöglichen. Die Debatte zeigt einmal mehr die Herausforderungen im Umgang mit rechtsextremen Inhalten in den sozialen Medien.



