Grausamer Fund am Flughafen Bangkok: 30 Schildkröten unter Kleidung geschmuggelt
Am Internationalen Flughafen Suvarnabhumi in Bangkok machten Zöllner eine Entdeckung, die selbst erfahrene Beamte erstaunte und entsetzte. Sie stoppten eine 19-jährige Frau aus Taiwan, die gerade nach Taipeh ausreisen wollte – und fanden 30 lebende Schildkröten. Nicht im Koffer. Nicht im Rucksack. Sondern direkt am Körper versteckt.
Ungewöhnliches Verhalten führte zur Kontrolle
Schon vor der Sicherheitskontrolle war die Frau ins Visier geraten. Die Beamten beobachteten ein „ungewöhnliches Verhalten“. Solche Beobachtungen gehören zur Routine bei der Schmuggelbekämpfung. Nicht nur Gepäck wird geprüft. Auch Nervosität oder ungewöhnliche Kleidung können eine Intensivkontrolle auslösen.
Grausame Schmuggelmethode
Als sie die junge Frau überprüften, kam die grausame Schmuggelmethode ans Licht, wie die „Bangkok Post“ unter Berufung auf Wildtierinspektoren berichtet. Die Tiere waren mit Klebeband befestigt und in kleinen Beuteln direkt am Körper angebracht. Offenbar sollte so verhindert werden, dass sie bei einer normalen Gepäckkontrolle auffallen. Körperscanner liefern nicht immer so eindeutige Bilder wie Gepäckscanner. Genau darauf setzte die Schmugglerin offenbar.
Indische Sternschildkröten – streng geschützt und begehrt
Bei den Tieren handelt es sich um Indische Sternschildkröten (Geochelone elegans). Eine streng geschützte Art, die auf dem Schwarzmarkt begehrt ist. Die Schildkröten waren in Socken gestopft, diese wurden mit Klebeband am Körper der jungen Frau befestigt.
Stundenlange Qual für die Tiere
Für die Tiere bedeutet diese Schmuggelmethode stundenlange Qual. Sie bekommen kaum Luft, kein Wasser, können sich nicht bewegen. Viele überleben solche Transporte nicht. Sie ersticken, verletzen sich oder sterben an Stress. Schildkröten sind beim Schmuggel besonders gefragt. Sie sind selten und streng geschützt. In Teilen Asiens gelten sie als begehrte exotische Haustiere. Auf dem Schwarzmarkt können die Preise schnell in die Hunderte bis Tausende Euro pro Tier gehen.
Drastische Strafen drohen
Für die 19-Jährige, die als Flugbegleiterin für eine vietnamesische Fluggesellschaft arbeiten soll, dürfte der Fund ernste Folgen haben. Denn in Thailand greift das „Wildlife Preservation and Protection Act“. Bedeutet: Für den illegalen Besitz oder Export geschützter Arten drohen bis zu 10 Jahre Haft und/oder Geldstrafen von bis zu einer Million Baht (ca. 25.000 Euro). Die 30 Indischen Sternschildkröten wurden beschlagnahmt und an Spezialisten übergeben.



