Thüringens Integrationsministerin: Schulferien stärker für Integration junger Migranten nutzen
Thüringen: Schulferien für Integration junger Migranten nutzen

Thüringens Integrationsministerin: Schulferien stärker für Integration junger Migranten nutzen

Thüringens Integrationsministerin Beate Meißner (CDU) hat einen Vorschlag vorgelegt, um die Schulferien intensiver für die Integration junger Migrantinnen und Migranten zu nutzen. Die Ministerin betonte in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur in Erfurt, dass Ferienangebote eine ideale Gelegenheit böten, Werte, Kulturen und Traditionen zu vermitteln, etwa durch Besuche verschiedener Einrichtungen.

Chance für Begegnungen und Bildungsaspekte

Meißner sieht in solchen Angeboten nicht nur einen Bildungsaspekt, wie beispielsweise die Sprachförderung, sondern auch die Möglichkeit, Begegnungen und Freundschaften zu fördern sowie ein Zugehörigkeitsgefühl zu stärken. Sie regte an, neue Fördermöglichkeiten zu schaffen oder bestehende zu öffnen, um diese Initiativen zu unterstützen. Der Antrag Thüringens zu Integrationsangeboten in den Ferien soll bei den Beratungen der Integrationsministerinnen und -minister der Länder und des Bundes in Essen besprochen werden.

Vorbereitung auf das Berufsleben und Entlastung der Eltern

Die Ministerin wies darauf hin, dass Ferienangebote auch zur Vorbereitung auf das Berufsleben genutzt werden könnten, indem erste Kontakte zu Betrieben oder anderen Einrichtungen im Bereich Ausbildung und Beruf geknüpft werden. „Wenn man die Kinder beschäftigt, dann gibt man auch den Eltern eine Möglichkeit, beispielsweise einer Arbeit nachzugehen“, sagte Meißner. Dies könne die Integration insgesamt voranbringen und Familien unterstützen.

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Forderung nach mehr Geld für psychosoziale Zentren

Zugleich forderte Meißner vom Bund eine Erhöhung und dauerhafte Finanzierung für psychosoziale Zentren zur Betreuung von Geflüchteten. Sie betonte, dass viele Geflüchtete mit Traumata und Erkrankungen kämen, die gezielte Unterstützung erforderten. Ihr Eindruck sei, dass das Regelsystem bereits für andere Bürgerinnen und Bürger in Deutschland nicht ausreichend sei und die zusätzliche Betreuung von Geflüchteten nicht stemmen könne. Die Mittel für diese Zentren müssten nicht nur projektbezogen, sondern dauerhaft bereitgestellt werden, um Fachkräfte zu binden, die Planungssicherheit benötigten.

Die Bundesförderung für psychosoziale Zentren sei von 17,5 Millionen Euro im Jahr 2023 auf 11,6 Millionen Euro im laufenden Jahr 2026 gesunken, was Meißner als problematisch ansieht.

Kritik an Kürzungen bei Integrationskursen

Die Ministerin kritisierte scharf die Kürzungen des Bundes bei Integrationskursen, die sie als „Rasenmäher-Methode“ bezeichnete. Das Bundesinnenministerium unter Alexander Dobrindt (CSU) hatte beschlossen, die Kurse künftig nur noch für Menschen mit „positiver Bleibeperspektive“ anzubieten, was zu einem Aufschrei in allen Bundesländern geführt habe. Meißner beklagte, dass vier Zielgruppen keine Zulassung mehr erhalten sollen: Menschen im Asylverfahren, Unionsbürger, Geduldete und Geflüchtete aus der Ukraine.

„Ich habe natürlich großes Verständnis dafür, dass der Bund sparen muss. Aber gerade bei den Ukrainern sehe ich nicht nur eine Bleibeperspektive, sondern vor allem auch eine Perspektive, die dem Arbeitsmarkt hilft – und dafür sind die Kurse notwendig“, sagte sie. Diese Einschnitte träfen viele Menschen, die dringend integriert werden müssten, und könnten die Integrationsbemühungen insgesamt behindern.

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