Kitagruppen haben ja immer so total zeitgeistige Namen. Die Gruppe meiner Tochter hat sogar ein Maskottchen. Mit Alex, dem Axolotl, haben wir das Wochenende verbracht. Wir wollen es nicht wieder hergeben.
Ein unerwarteter Gast
Es begann an einem Freitagnachmittag, als unsere Tochter voller Stolz verkündete: „Alex kommt mit zu uns!“ Alex, das ist das Axolotl aus ihrer Kitagruppe. Ein kleiner, lächelnder Wassermolch, der normalerweise im Terrarium neben den Bauklötzen wohnt. Doch nun sollte er bei uns einziehen – zumindest für das Wochenende.
Meine Frau und ich waren überrascht, aber auch neugierig. Wie pflegt man ein Axolotl? Braucht es besondere Nahrung? Schnell googelten wir die wichtigsten Fakten: Axolotl sind nachtaktiv, lieben kühles Wasser und fressen gerne Mückenlarven. Zum Glück hatte die Kita ein Starterpaket mitgegeben: ein kleines Becken, Futter und eine Pflegeanleitung.
Das Abenteuer beginnt
Schon am ersten Abend wurde Alex zum Mittelpunkt der Familie. Unsere Tochter fütterte ihn mit einer Pinzette, und wir bestaunten seine Kiemen, die wie kleine Bäumchen aussahen. „Papa, Alex lächelt mich an!“, rief sie begeistert. Tatsächlich wirkt das Axolotl durch seinen leicht geöffneten Mund immer fröhlich.
Am Samstag bauten wir gemeinsam ein kleines Versteck aus Legosteinen für Alex. Unsere Tochter malte ihm ein Bild mit Unterwasserpflanzen. Sogar der Hund war fasziniert und legte sich schnuppernd vor das Becken. Nur die Katze ignorierte den neuen Mitbewohner demonstrativ.
Ein Wochenende wie im Aquarium
Der Höhepunkt kam am Sonntag: Wir wollten Alex beim Fressen zusehen. Doch er versteckte sich hinter einem Stein. Unsere Tochter war untröstlich. „Vielleicht ist er müde“, tröstete ich sie. Nach einer Stunde wagte Alex sich doch hervor und schnappte sich eine Garnele. Die Erleichterung war groß.
Am Abend wurde es schwer: Alex musste zurück in die Kita. Unsere Tochter umarmte das Becken und flüsterte: „Komm bald wieder, Alex!“ Wir versprachen, ihn am Montag zu besuchen. Aber insgeheim dachten wir alle: Eigentlich könnten wir ihn behalten.
Ein neues Familienmitglied?
Seit diesem Wochenende überlegen wir, ob wir uns selbst ein Axolotl anschaffen. Die Pflege ist überschaubar, und die Freude, die Alex gebracht hat, war riesig. Vielleicht wird aus dem Kitabesuch ja eine dauerhafte Bereicherung. Bis dahin träumen wir von Alex und seinen Kiemen – und unsere Tochter fragt jeden Tag: „Wann kommt Alex wieder?“



