Magdeburg: Todesfahrer zu lebenslanger Haft verurteilt
Todesfahrer von Magdeburg zu lebenslanger Haft verurteilt

Urteil im Magdeburger Weihnachtsmarkt-Prozess

Das Landgericht Magdeburg hat den Todesfahrer des Anschlags auf den Magdeburger Weihnachtsmarkt, Taleb Al Abdulmohsen, zu lebenslanger Haft verurteilt. Die Kammer stellte zudem die besondere Schwere der Schuld fest, was eine vorzeitige Haftentlassung nach 15 Jahren praktisch ausschließt. Der 50-jährige Saudi-Araber hatte am 20. Dezember 2024 einen BMW in die Menschenmenge auf dem Weihnachtsmarkt gesteuert und dabei sechs Menschen getötet sowie mehr als 300 verletzt, viele davon schwer.

Tathergang und Hintergründe

Nach Überzeugung des Gerichts handelte Al Abdulmohsen aus islamfeindlicher und verschwörungstheoretischer Motivation. Er hatte sich in sozialen Medien radikalisiert und die Tat monatelang geplant. Der Angeklagte zeigte keine Reue und äußerte sich im Prozess mehrfach verächtlich über die Justiz. Die Staatsanwaltschaft hatte ebenfalls lebenslange Haft mit besonderer Schwere der Schuld gefordert und auf die hohe Anzahl der Opfer sowie die Brutalität der Tat verwiesen.

Reaktionen und Bedeutung des Urteils

Die Hinterbliebenen der Opfer zeigten sich erleichtert über das Urteil. „Es ist ein wichtiges Signal, dass solche Taten nicht ungesühnt bleiben“, sagte ein Anwalt der Nebenklage. Der Prozess hatte bundesweit Aufmerksamkeit erregt und eine Debatte über Sicherheitsmaßnahmen auf Weihnachtsmärkten ausgelöst. Innenministerin Nancy Faeser kündigte bereits vor dem Urteil an, die Schutzvorkehrungen zu verschärfen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig; die Verteidigung kündigte Revision an.

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