Stade-Killer im AMG gestoppt: Sechs Tote bei Schüssen in Mutter-Kind-Heim
Stade-Killer im AMG gestoppt: Sechs Tote bei Schüssen

Die idyllische Kleinstadt Stade wurde am Dienstagabend von einer Bluttat erschüttert. In einem Mutter-Kind-Heim erschoss ein unbekannter Täter sechs Erwachsene und verletzte zwei weitere Personen. Die Polizei konnte den Verdächtigen wenig später auf der Bundesstraße 73 stellen – nach einer spektakulären Verfolgungsjagd, die mit gezielten Schüssen auf den getunten Mercedes-AMG des Flüchtigen endete.

Die Tat im Mutter-Kind-Heim

Gegen 18:30 Uhr drang der Schütze in die Einrichtung im Stadtteil Bützfleth ein. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Stade eröffnete er sofort das Feuer auf die anwesenden Erwachsenen. Die Opfer – vier Frauen und zwei Männer im Alter zwischen 28 und 45 Jahren – waren offenbar Mitarbeiter oder Besucher des Heims. Zwei weitere Personen erlitten Schussverletzungen, schweben aber nicht in Lebensgefahr.

„Die Hintergründe der Tat sind noch völlig unklar“, sagte Oberstaatsanwalt Dr. Klaus Bewersdorff. „Wir gehen von einer Beziehungstat aus, schließen aber ein politisches oder terroristisches Motiv nicht aus.“ Die Polizei durchsucht derzeit das Heim und sichert Spuren.

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Die Verfolgungsjagd auf der B73

Nach der Tat flüchtete der Täter in einem schwarzen Mercedes-AMG C63, der mit auffälligen Felgen und einer Sportauspuffanlage getunt war. Zeugen alarmierten die Polizei, die den Wagen gegen 19:00 Uhr auf der B73 in Richtung Buxtehude entdeckte. Als der Fahrer nicht anhielt, begann eine Verfolgungsjagd mit mehreren Streifenwagen.

„Der Fahrer missachtete alle Haltezeichen und gefährdete andere Verkehrsteilnehmer“, berichtete Polizeisprecherin Corinna Perrevoort. „Unsere Beamten setzten schließlich gezielte Schüsse auf die Reifen und den Motorraum ein, um den Wagen zu stoppen.“ Der Mercedes kam nach rund fünf Kilometern auf einem Parkplatz neben der B73 zum Stehen. Der Verdächtige – ein 34-jähriger Deutscher aus der Region – wurde festgenommen. Er soll bereits mehrfach polizeilich in Erscheinung getreten sein, unter anderem wegen Körperverletzung und illegalem Waffenbesitz.

Die Festnahme gefilmt

Ein LKW-Fahrer, der die Verfolgung aus der Ferne beobachtet hatte, filmte die Festnahme mit seinem Smartphone. Das Video zeigt, wie Polizisten den AMG umstellen, den Fahrer aus dem Wagen zerren und zu Boden drücken. „Es war wie im Film“, sagte der 47-jährige Zeuge der Bild. „Die Schüsse knallten, dann stand der Mercedes plötzlich still.“ Die Polizei bestätigte die Echtheit des Videos, das nun als Beweismittel dient.

Ermittlungen und mögliches Motiv

Die Staatsanwaltschaft hat eine Sonderkommission eingerichtet. Der Verdächtige wird heute dem Haftrichter vorgeführt. Ein Motiv ist bislang nicht bekannt. Allerdings fanden die Ermittler in dem AMG eine Waffe – möglicherweise die Tatwaffe. „Wir prüfen, ob der Täter mit den Opfern oder der Einrichtung in Verbindung stand“, so Bewersdorff. Die Obduktion der Leichen ist für Mittwoch geplant.

Die Stadt Stade steht unter Schock. Bürgermeister Karl Keim sprach von einer „unfassbaren Tragödie“. Das Mutter-Kind-Heim wird vorerst geschlossen bleiben. Die verletzten Personen werden im Klinikum Stade behandelt. Die Polizei bittet Zeugen, die weitere Hinweise geben können, sich zu melden.

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