Zungenkrebs übersehen: Julias Leidensweg durch Fehldiagnose
Zungenkrebs übersehen: Julias Leidensweg

Krebsdiagnose erst nach Monaten: Julia Kieners Zungenkrebs blieb lange unentdeckt

Ein kleiner Knoten an der Zunge – für Julia Kiener im August 2023 der Grund, zwei verschiedene Ärzte aufzusuchen. Beide Fachleute winkten ab und schickten die damals 33-Jährige mit der beruhigenden Nachricht nach Hause, es sei nichts Ernstes. Ein fataler Fehler, wie sich später herausstellte. Als die Hamburgerin Monate später die Diagnose Zungenkrebs erhielt, maß der Tumor bereits 3 × 4 Zentimeter. Die verspätete Erkennung hatte schwerwiegende Folgen: Ein Teil der Zunge musste entfernt werden, und 30 Bestrahlungen schädigten das umliegende Gewebe nachhaltig. Zudem leidet die heute 35-jährige Unternehmerin unter chronischen Schmerzen.

Balance zwischen Achtsamkeit und Panik: Was Julia Kiener heute anders machen würde

„Es wird schon nichts sein“ – diesen Satz kennt jeder. Auch Julia Kiener hatte ihn sich und anderen gegenüber schon oft gehört. Doch aus heutiger Sicht betont sie: „Ich würde jedem raten, bei anhaltenden Veränderungen im Körper hartnäckig zu bleiben und sich nicht mit einer oberflächlichen Diagnose zufriedenzugeben.“ Die Unternehmerin hadert nicht mit ihrem Schicksal, aber sie hat eine klare Botschaft: „Hört auf euren Körper und sucht bei Zweifeln eine zweite oder dritte Meinung ein.“ Die Frage, ob eine frühere Diagnose die Behandlung milder gestaltet hätte, bleibt unbeantwortet. Vielleicht wäre dann die Teilentfernung der Zunge und die aggressive Strahlentherapie vermeidbar gewesen. Der Fall zeigt, wie wichtig es ist, Symptome ernst zu nehmen und bei Unsicherheit nicht lockerzulassen.

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