Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat den Hantavirus-Ausbruch auf dem Kreuzfahrtschiff „Hondius“ offiziell für beendet erklärt. Seit dem 25. Mai seien keine neuen Infektionen mehr aufgetreten, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus in Genf. Insgesamt wurden 13 Infizierte registriert, darunter drei Todesfälle. Eine der Verstorbenen war eine deutsche Staatsbürgerin.
Überwachung von Kontaktpersonen abgeschlossen
Die WHO identifizierte und beobachtete mehr als 650 Kontaktpersonen in rund 30 Ländern. Am Donnerstag wurde die letzte Kontaktperson negativ getestet. Damit ist die akute Gefahr nach Einschätzung der UN-Gesundheitsorganisation gebannt. Tedros betonte jedoch, dass die WHO weiterhin in der Hantavirus-Forschung aktiv bleiben werde. Die Organisation koordiniert eine internationale Studie zur Krankheit, die die Entwicklung von Diagnosemethoden, Medikamenten und Impfstoffen vorantreiben soll.
Hintergrund des Ausbruchs
Die Infektionen traten auf einer Atlantik-Kreuzfahrt des Schiffes „Hondius“ der niederländischen Reederei Oceanwide Expeditions auf, die in Argentinien begann. Es handelte sich um den südamerikanischen Andes-Typ des Hantavirus. Anders als die meisten Hantaviren, die üblicherweise durch Nagetiere wie Kotpartikel in aufgewirbeltem Staub übertragen werden, kann das Andesvirus vereinzelt auch von Mensch zu Mensch übertragen werden.
An Bord der „Hondius“ befanden sich rund 150 Menschen aus 23 Ländern. Wegen des Ausbruchs legte das Schiff im Mai auf Teneriffa an, wo die Passagiere unter speziellen Sicherheitsvorkehrungen in ihre Heimatländer zurückkehrten. Bereits vor Wochen hatte die WHO das Risiko für die breite Bevölkerung als gering bewertet und bekräftigt, dass keine Gefahr einer großen Ansteckungswelle oder Pandemie bestehe.



