Jung, fit, aber hohe Cholesterinwerte: Warum Sie trotzdem zur Risikogruppe zählen können
Jung, fit, aber hohe Cholesterinwerte: Die überraschende Wahrheit

Es gibt Sätze, die man von seinem Arzt nicht hören möchte – insbesondere solche, die besagen, dass mit den Blutwerten etwas nicht stimmt. „Sie haben Cholesterinwerte eines alten, dicken Mannes“, sagte der Hausarzt einer 28-jährigen Frau vor einigen Jahren. Die Patientin, die sich gesund ernährte, regelmäßig bewegte, nicht rauchte und normalgewichtig war, war schockiert. Trotz ihres fitten Lebensstils überschritt sie den Grenzwert für Cholesterin bei weitem und zählte laut Tabelle zur Risikogruppe für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Hohe Cholesterinwerte: Nicht nur eine Frage des Lebensstils

Die Deutsche Herzstiftung warnt: Hohe Cholesterinwerte sind eine der wichtigsten Ursachen für verengte Blutgefäße, die im schlimmsten Fall zu Herzinfarkt oder Schlaganfall führen können. Doch entgegen der landläufigen Meinung steckt hinter erhöhten Werten nicht immer ein ungesunder Lebenswandel. „Auch junge, schlanke und fitte Menschen können erhöhte Cholesterinwerte haben“, erklärt eine Expertin. „Schlank und Fit ist kein Freifahrtschein.“

Ursachen jenseits von Ernährung und Bewegung

Warum können die Cholesterinwerte zu hoch sein, obwohl man gesund lebt? Mögliche Ursachen sind genetische Veranlagungen wie die familiäre Hypercholesterinämie, die bereits in jungen Jahren zu extrem hohen LDL-Werten führt. Auch bestimmte Erkrankungen wie eine Schilddrüsenunterfunktion oder Nierenleiden können die Blutfette negativ beeinflussen. „Manche Menschen haben einfach eine erbliche Neigung zu hohem Cholesterin, unabhängig von ihrem Lebensstil“, so die Medizinerin.

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Was tun bei hohen Werten trotz Fitness?

Die Expertin rät: Wer trotz gesunder Lebensweise erhöhte Cholesterinwerte feststellt, sollte dies ärztlich abklären lassen. Ein einfacher Bluttest aus der Vene gibt Aufschluss. In vielen Fällen reichen zunächst eine Optimierung der Ernährung und mehr Bewegung. Reicht das nicht, können Medikamente wie Statine helfen. „Die Angst vor Nebenwirkungen ist oft übertrieben“, betont die Ärztin. „Statine sind gut erforscht und senken das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall deutlich.“

Regelmäßige Checks können Leben retten

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Bestimmung des Lipoproteins (a), das ebenfalls das Herzinfarktrisiko erhöht. Ein Test kostet rund 20 Euro und kann lebensrettend sein. „Je früher hohe Werte erkannt werden, desto besser können sie behandelt werden“, so die Expertin. Die 28-jährige Autorin ließ sich behandeln und ihre Werte verbessern – ein Beweis, dass auch junge, fitte Menschen nicht vor hohen Cholesterinwerten gefeit sind.

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