Die Debatte um die Umsetzung des Steubendenkmals in Potsdam ist vom Tisch. Autorin Steffi Pyanoe begrüßt dies und warnt vor einer „Bilderstürmerei“, die weitreichende Konsequenzen hätte.
Der Streit um das Steubendenkmal
Zuerst dachte ich an einen Scherz, aber der Brief von weiblichen Stadtverordneten der Fraktionen Grün-Links-Andere-plus-SPD war ernst gemeint. Sie forderten, den alten Steuben weiterhin in der Ecke hinter dem Filmmuseum zu verstecken, weil er ein Mann und Militärangehöriger war. Die Debatte, die Gott sei Dank erledigt ist, wirkte wie eine Bilderstürmerei: Weg mit allem, was heute nicht ins Bild passt, was man erklären müsste.
Konsequenzen für Potsdam
Nach diesen Kriterien gäbe es in Potsdam noch viel zu tun. Unausweichlich wäre eine Umbenennung der Steubenschule und auch der Yorckstraße, denn Graf Yorck von Wartenburg war ebenfalls ein weißer Mann und ein preußischer Militärkarrierist. Etwas komplizierter wird es mit der Anhaltstraße: General Heinrich Wilhelm von Anhalt soll ein Intrigant gewesen sein und begabte Offiziere vergrault haben, unter anderem soll wegen ihm ein gewisser Herr Steuben nach Amerika gegangen sein. Ist das jetzt ehrwürdig oder nicht?
Pyanoe betont, dass wir uns solche Debatten leisten können, dass jeder sagen und beantragen kann, was er für richtig hält. Dennoch fragt sie, ob nicht auch nackte Putten an historischen Gebäuden eine Triggerwarnung benötigen würden. Die Kolumne endet mit der Feststellung, dass die Stadt gut daran tut, nicht jedem Impuls zur Umbenennung nachzugeben.



