Bluttat in Stade: Sechs Tote bei Schüssen in Jugendhilfeeinrichtung
Sechs Tote bei Schüssen in Jugendhilfeeinrichtung in Stade

Bei Schüssen in einer Jugendhilfeeinrichtung im niedersächsischen Stade sind sechs Erwachsene ums Leben gekommen. Mehrere Menschen wurden teils schwer verletzt, wie eine Polizeisprecherin der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Es sei nicht auszuschließen, dass die Zahl der Todesopfer noch steige. Die Ermittler nahmen zwei Verdächtige fest, darunter den mutmaßlichen Schützen.

Tatort: Jugendhilfeeinrichtung mit Mutter-Kind-Wohngruppen

Das Tötungsdelikt ereignete sich nach Polizeiangaben in einer Jugendhilfeeinrichtung, in der Mutter-Kind-Wohngruppen untergebracht sind. Nähere Angaben zur Identität der Toten und der Tatverdächtigen machten die Ermittler zunächst nicht. Offen ist auch, welche Rolle die zweite festgenommene Person bei der Tat gespielt haben soll. Die Hintergründe des Gewaltverbrechens in der Stadt westlich von Hamburg sind völlig unklar.

Kein Zusammenhang mit Clankriminalität

Nach ersten Erkenntnissen der Ermittler gibt es keinen Zusammenhang zur sogenannten Clankriminalität. Polizei und Rettungskräfte sind mit einem Großaufgebot im Einsatz. Die Bevölkerung wurde aufgefordert, den betroffenen Bereich weiträumig zu meiden. „Aktuell besteht keine weitere Gefahr für die Bevölkerung“, betonte die Polizeisprecherin. Auf Bildern von der Umgebung des Tatortes waren zahlreiche Einsatzfahrzeuge und Rettungskräfte sowie Kriminaltechniker in weißen Overalls zu sehen.

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Keine Gefahr für Kita und Grundschule

Ein Sprecher der Stadt Stade sagte, für eine Kindertagesstätte und eine Grundschule in der Nähe der Jugendhilfeeinrichtung habe keine Gefahr bestanden. Die Stadt habe nach den ersten Meldungen umgehend Kontakt zu den Einrichtungen gesucht. Die Kita-Kinder seien zum Zeitpunkt der Schüsse im Gebäude gewesen, so der Stadtsprecher. Eltern konnten ihre Schulkinder inzwischen abholen. Die Stadt kündigte eine Stellungnahme zu der Gewalttat für den Lauf des Nachmittags an.

Stade: 48.700 Einwohner und Tor zum Alten Land

Stade hat knapp 48.700 Einwohner und gehört zur Metropolregion Hamburg. Die Hansestadt liegt rund 40 Kilometer von Hamburg entfernt und ist als westliches Tor zum Alten Land bekannt, dem größten zusammenhängenden Obstanbaugebiet Deutschlands.

Polizei warnt vor Falschnachrichten

Die Polizei warnt vor Falschnachrichten und Gerüchten. In Chatgruppen und sozialen Netzwerken würden unbestätigte Informationen zu der Einsatzlage verbreitet, schrieb die Polizei in ihrem WhatsApp-Kanal. „Die kursierenden Darstellungen entsprechen nicht dem derzeit polizeilich bestätigten Sachstand.“ Die Polizei appellierte, keine ungeprüften Meldungen, Sprachnachrichten oder Gerüchte weiterzuverbreiten. „Dies kann zu Verunsicherung führen und polizeiliche Maßnahmen erschweren.“ Gesicherte Informationen gebe es über die offiziellen Kanäle der Polizei Stade.

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