Jannik Sinner hat sich nach einem Sturz und zweimaligem Satz-Rückstand in Wimbledon mit einem Fünf-Satz-Sieg in die zweite Runde gekämpft. Der italienische Weltranglisten-Erste besiegte den Serben Miomir Kecmanovic mit 4:6, 6:3, 6:7 (6:8), 6:2, 6:3. Damit vermied Sinner eine frühe Blamage, wie er sie bei den French Open erlitten hatte, als er nach einer 2:0-Satzführung und einem 5:1 im dritten Satz noch in der zweiten Runde scheiterte.
Schreckmoment im dritten Satz
Vor den Augen des englischen Fußballstars David Beckham, der das Match von der Tribüne aus verfolgte, sorgte Sinner für einen Schreckmoment. Beim Stand von 2:2 im dritten Durchgang rutschte der 24-Jährige auf dem Rasen aus, fiel vorn auf die Knie und hielt sich anschließend die Hüfte. Sinner konnte jedoch weiterspielen und verzichtete auf eine Behandlungspause. An seinem Schuh war ein roter Fleck zu sehen, der wie Blut aussah. „Nein, nein, mir geht es gut“, beschwichtigte er im Siegerinterview. „Es sieht schlimmer aus, als es ist.“
Fehlende Matchpraxis und starker Gegner
Bei deutlich angenehmeren Temperaturen im Londoner Südwesten hatte Sinner gegen einen gut aufspielenden Kecmanovic erhebliche Probleme. Die fehlende Matchpraxis war dem Italiener anzumerken: Ohne ein Vorbereitungsturnier auf Rasen war der Vorjahreschampion nach London gereist. Im Tiebreak des dritten Satzes wehrte Kecmanovic einen Satzball des Topfavoriten spektakulär ab und brachte Sinner mit dem zweiten Satzgewinn in Bedrängnis.
„Ich bin sehr glücklich, dass ich es gedreht habe. Der dritte Satz war schwer zu verdauen“, sagte Sinner nach dem Match. Er sei zu Beginn ein bisschen angespannt gewesen. In der Folge steigerte sich der Italiener jedoch und dominierte die letzten beiden Sätze deutlich. Sein nächster Gegner ist nun Nuno Borges aus Portugal.
Statistik und Ausblick
Mit diesem Sieg unterstreicht Sinner seine Favoritenrolle in Wimbledon, auch wenn der Auftakt alles andere als reibungslos verlief. Er hat nun die Chance, seine Form weiter zu verbessern und an die starken Leistungen der vergangenen Monate anzuknüpfen. Die Partie gegen Borges wird zeigen, ob Sinner seine anfänglichen Probleme überwunden hat und bereit für die nächsten Runden ist.



