Eine Initiative hat den „Berlin Kodex“ erfunden und verteilt ihn im Vorfeld der Wahl am 20. September. Der Kodex umfasst zehn Werte für eine „außergewöhnliche Stadt“ und soll dem Wahlkampf ein Schmunzeln verleihen. Chefredakteur Peter Schink berichtet in seinem Newsletter von einer Umfrage auf der Website des Projekts, die ihn mehrfach schmunzeln ließ. „Berlin ist rau, dreckig, und doch kann man diese Stadt lieben“, so Schink. Er betont, dass die Werte des Kodex von allen politischen Lagern unterschrieben werden könnten.
Polit-Talk im Tempodrom
Am Montag moderierte Schink einen Polit-Talk im Tempodrom, bei dem alle Teilnehmer den Berlin Kodex unterzeichneten. „Alle auf der Bühne hatten mit viel Detailwissen bewaffnet gute (und auch kontroverse) Ideen für die Stadt“, schreibt er. Zugleich sei klar geworden, dass viele kleine Schritte nötig seien, um Berlin zu einer funktionierenden Metropole zu machen. Der Wahlkampf sei geprägt von Versprechungen, die die Wähler einem Realitätscheck unterziehen sollten.
Probleme bei Beamtenpensionen
Ein weiteres Thema: Rund 70.000 Pensionen wurden im vergangenen Monat nicht ausgezahlt. Schink fragt ironisch, ob es an zu wenigen Beamten lag, die die Auszahlung sicherstellen sollten. Das Land Berlin steht damit vor einem erheblichen administrativen Problem.
Fortschritte bei U8 und langer Tram
Beim Ausbau der U8 im Norden gibt es erste Probebohrungen, ein konkretes Datum für die Verlängerung bleibt jedoch offen. Die lange Tram, deren Jungfernfahrt vor Monaten kurzfristig abgesagt wurde, rückt nun näher. Eine Annäherung an ein Datum sei erreicht, so Schink. Auch im Märkischen Viertel gibt es positive Nachrichten: Die gewaltige Baugrube im Zentrum soll endlich bebaut werden, die Gespräche zwischen Investor und Gesobau stehen vor einem Abschluss.
Proteste und Fashion Week
In der Plenarsitzung des Berliner Abgeordnetenhauses gibt es eine aktuelle Stunde zu einem AfD-Verbotsverfahren, das von Grünen und Linken auf die Tagesordnung gehoben wurde. Die Sommerausgabe der Fashion Week startet, die sich ironisch als „teuerste Fokusgruppe der Welt“ bezeichnet. Am Gleisdreieck-Park formiert sich am Abend Protest gegen ein neues Bauvorhaben; die Aktionsgemeinschaft Gleisdreieck will das Projekt mit einer Normenkontrollklage stoppen.
Schink schließt mit den Worten: „Unsere Stadt ist chaotisch, manchmal dysfunktional, zugleich wunderbar vielfältig und immer wieder überraschend neu und bereichernd.“ Er wünscht den Lesern einen entspannten und regenfreien Donnerstag.



