Im Prozess um den Mord an dem achtjährigen Fabian hat dessen Vater Matthias R. (35) erstmals wieder den Gerichtssaal betreten – diesmal als Zuschauer. Acht Zeugen waren am Landgericht Rostock geladen, Nachbarn und Bekannte der Angeklagten Gina H. Es war der bisher längste Verhandlungstag in dem Verfahren.
Zeugin schildert Kontrolle durch die Angeklagte
Die Zeugin Ulrike K., die mit Matthias R. zusammenarbeitet, schilderte, wie Gina H. ihn Schritt für Schritt kontrolliert habe: ständige Anrufe, andauernder Druck. Diese Darstellung widerspricht jedoch der heutigen Aussage von Matthias R. Er bestreitet, dass es so gewesen sei, und meint, seine Kollegen hätten das missverstanden. Richter Schütt fragte die Zeugin nach einer Erklärung. Sie antwortete: „Es ist ja vieles nicht mehr wahr, angeblich.“
Nach der Trennung von Gina H. im August 2025 soll Matthias R. aufgeblüht sein und wieder mehr Kontakt zu seinem Sohn gehabt haben. Im Büro habe er stolz erzählt, dass Fabian sofort in den Garten gerannt sei, als er ihm sagte, dass der Rasenmäher dort stehe. Am selben Tag wurde Fabian ermordet.
Jugendfreund berichtet von der Nacht nach dem Leichenfund
Ein Jugendfreund von Matthias R., Stefan E., schilderte, wie erschüttert der Vater nach der Tat war. Am 14. Oktober 2025, kurz nach dem Fund der Leiche, rief Matthias R. ihn an und bat ihn, ihn und seine Brüder nach Reimershagen zu Gina H. zu fahren. Er sei sich sicher gewesen, dass sie etwas mit dem Mord zu tun habe. Vor Ort sei er völlig außer sich gewesen, sodass die Polizei die Männer wieder nach Hause schickte. Fabians Vater sei in dieser Nacht wütend, aber klar im Kopf gewesen. Auf die Frage, warum sein alter Freund jetzt plötzlich alles anders sehe, antwortete Stefan E.: „Manchmal macht Liebe doof.“
Weitere Zeugen: 70-Jähriger unterstützte Angeklagte finanziell
Auch der 70-jährige Zeuge Jörg M. unterlag offenbar der Wirkung der Angeklagten auf Männer. Er versorgte sie über lange Zeiträume mit Geld und bezahlte Rechnungen für ihre fünf Pferde. Vor Gericht betonte er, dass er Gina H. stets helfen und unterstützen wollte. Abends schrieb er ihr Nachrichten wie „Gute Nacht, schlaf gut und träume aufregend, romantisch, wunderbar, zärtlich und herrlich bezaubernd“.
Am Donnerstag sollen fünf weitere Nachbarn und Bekannte von Gina H. aussagen. Der Prozess wird fortgesetzt.



