Tierkommunikation um 60 Euro: Kater nach 24 Stunden gefunden
Tierkommunikation um 60 Euro: Kater gefunden

Das Verschwinden von Kater Loui

Loui (9) ist ein geliebtes Familienmitglied. Sein Verschwinden stürzte die Familie ins Chaos. „Der Loui ist nicht nach Hause gekommen“ – sieben Worte, die Bitterkeit, weinende Kinder und sorgenvolle Eltern auslösten. Die Sorge war groß: Hatte er Durst bei der Hitze? Wurde er überfahren? Lag er verletzt? Oder gestohlen? Er war noch nie länger als ein paar Minuten weg.

Verzweifelte Suche

24 Stunden lang taten die Besitzer alles, was verzweifelte Katzenbesitzer tun: Vermisstenzettel kleben, Tierheime und Tierärzte anrufen, Nachbarn klingeln, Gebüsche durchkämmen, mit Taschenlampen unter Autos leuchten und wildfremde Menschen bitten, in Keller und Garagen zu schauen. Sie plakatierten die ganze Nachbarschaft.

Wiedervereinigung und seltsame Nachricht

Kurz vor Mitternacht, als Ruhe einkehrte, hörten sie ein leises Miauen aus einer vergitterten Tiefgarage zwei Häuser weiter. Loui war eingesperrt – hungrig, ängstlich, aber lebendig. Die Freude war riesig. Doch keine zwei Stunden später meldete sich per WhatsApp eine Frau: Sie habe den Vermisstenaufruf gesehen und könne mit der Seele der Katze sprechen, um herauszufinden, wo Loui sei – für 60 Euro. Die Autorin musste grinsen, denn Loui schlummerte selig neben ihr.

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Das Spiel beginnt

Die Autorin, selbst nicht esoterisch, aber neugierig, fand es schlimm, mit der Hoffnung verzweifelter Menschen zu spielen. Also dachte sie: „Lasset die Spiele beginnen!“ Sie schickte Fotos, verriet seinen Geburtstag, überwies 60 Euro und übermittelte Fragen. Die Heilerin sagte: „Er hat dem Gespräch zugestimmt.“ Die Sprachnachricht kam mit ruhiger Stimme und bayerischem Akzent. Die Dame erklärte, sie habe Loui kontaktiert über ein Foto, „auf dem man die Augen gut sehen kann“. Sie ist „spirituelle Begleiterin und Heilerin“.

Die Botschaft der Seele

„Er lebt“, sagte sie. „Körperlich ist er unversehrt. Psychisch ist er ziemlich durcheinander. Er hat totale Angst, nicht mehr nach Hause zu kommen.“ Zum Aufenthaltsort spüre sie „ziemlichen Trubel vom Energetischen her“. Loui sei eingesperrt in einem Industriegebäude oder Büro, mit „hellen Pflastersteinen“, einer „grauen Tür“, dahinter eine Treppe und viel Plastik. Er sei nicht freiwillig weggegangen. Die Autorin fragte, ob weitere Hilfe Sinn mache. Die Heilerin antwortete: „Ja, macht Sinn“ und wolle ihre „Spirits“ bitten, ihn rauszuholen. Loui zuckte im Schlaf – wohl verstört von der Idee eines weiteren Kontakts.

Ironie des Schicksals

Seitdem glaubt die Autorin an hilfsbereite Nachbarn und ehrliche Anteilnahme. Sie will nicht bestreiten, dass es Dinge zwischen Himmel und Erde gibt. Eventuell sei sie an die falsche Heilerin geraten: Die Frau, die vorgab, vermisste Katzen zu finden, sucht ihre eigene bis heute – so steht es auf ihrer Website.

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