Strandurlaub kann teuer werden: Unbekannte Regeln in Ferienparadiesen
Ein entspannter Tag am Strand kann schnell teuer enden, wenn Urlauber gegen lokale Vorschriften verstoßen. In vielen Urlaubsregionen lauern Regeln, die kaum bekannt sind. Wer sie missachtet, riskiert saftige Geldstrafen. Oft genügt schon eine Zigarette oder ein Sandkorn, um in die Kostenfalle zu tappen.
Sardinien: Jedes Sandkorn unter Schutz
Auf Sardinien ist es Urlaubern strikt verboten, Muscheln oder Sand vom Strand mitzunehmen. Am berühmten Spiaggia della Pelosa an der Nordwestküste sind sogar Handtücher nur erlaubt, wenn eine Unterlage zwischen Sand und Tuch liegt. Der Grund: Das Handtuch könnte sonst zu viele Sandkörner aufnehmen. Zudem wird kontrolliert, ob Besucher sich vor Verlassen des Strandes die Füße waschen.
Japan: Tattoos an Stränden unerwünscht
Tätowierungen sind in Japan zwar nicht verboten, an vielen Stränden jedoch unerwünscht. Dies liegt an der historischen Verbindung von Tattoos zur Kriminalität. Strandaufsicht oder Sicherheitskräfte können Tätowierte auffordern, ihre Tattoos zu bedecken oder den Strand zu verlassen.
Rauchverbot an Stränden in Spanien, Frankreich und Italien
An rund 600 Stränden Spaniens gilt ein Rauchverbot. Auch in Frankreich setzt man auf rauchfreie Strände; ein Verstoß kostet dort 135 Euro. In Italien haben zahlreiche Küstenorte ein Kippenverbot eingeführt. In der Türkei sollen die Strände künftig rauchfrei bleiben, ebenso wie auf der thailändischen Insel Phuket.
Alkoholverbot in Australien und Löcher-Regeln in den USA
Am berühmten Bondi Beach in Sydney ist Alkohol tabu. Der Stadtrat verbot Bier und andere alkoholische Getränke, um antisoziales Verhalten einzudämmen. In Del Mar bei San Diego (Kalifornien) dürfen Löcher im Sand nicht tiefer als 60 cm sein. Eltern haften, wenn ihre Kinder gegen diese Regel verstoßen. Zudem ist es verboten, Menschen im Sand einzugraben, um Stolperfallen und einstürzende Löcher zu verhindern. Ähnliche Regeln gelten an einigen Stränden in Florida.
Bikini-Verbot zu bestimmten Zeiten in Cape May
Am Strand von Cape May im US-Bundesstaat New Jersey dürfen Badeanzüge und Bikinis nur zwischen 7 Uhr und 19 Uhr getragen werden. Außerhalb dieser Zeiten ist normale Kleidung vorgeschrieben. Selbst während der Badezeiten müssen weibliche Besucher auf der Strandpromenade und an anderen öffentlichen Orten ein Shirt tragen. In italienischen Städten wie Sorrent kann ein Spaziergang nur in Badekleidung bis zu 500 Euro kosten.
Elefanten und Pferde an Stränden verboten
Am Strand von Granville in der Normandie (Frankreich) sind Elefanten verboten. Die Regel wurde 2009 eingeführt, nachdem Elefanten eines Wanderzirkus im Meer gebadet und ihre Hinterlassenschaften im Wasser entdeckt wurden. Auch viele andere französische Gemeinden verbieten Wildtiere an ihren Küsten. Im britischen West Sussex dürfen Pferde im Sommer zwischen 10 Uhr und 18 Uhr nicht an den Strand. Hunde sind auf bestimmten Strandabschnitten in Bognor Regis, Felpham und Littlehampton verboten.
Sex am Strand: Hohe Strafen in Spanien und Dubai
Öffentliches Liebesspiel am Strand kann in Spanien teuer werden. Die Bußgelder liegen in der Regel zwischen 100 und 600 Euro, stellenweise bis zu 3000 Euro. In Dubai ist sogar Küssen in der Öffentlichkeit verboten und kann bis zu 250 Euro kosten.
Fotos brauchen Zustimmung in Goa
Im indischen Goa gilt an vielen Stränden die Regel: „No consent, no photo“. Fotos sind nicht grundsätzlich verboten, aber die Zustimmung der fotografierten Person ist Pflicht. Zivilpolizisten kontrollieren die Strände.
Muscheln und Kieselsteine tabu in Großbritannien
In Großbritannien dürfen Urlauber Sand, Muscheln oder Kieselsteine nicht einfach mitnehmen. Nach dem Coastal Protection Act 1949 ist das verboten, es drohen Geldstrafen von bis zu 1000 Euro. Das Gesetz soll den großflächigen Abtransport von Material verhindern und die Küsten vor Erosion schützen.
Pipi-Verbot in Spanien
Im spanischen Vigo kostet Urinieren am Strand oder im Meer bis zu 750 Euro. Ähnliche Vorschriften gelten auch in Marbella und Malaga, um die Hygiene zu wahren und die Natur zu schützen.



