Die italienische Großbank Unicredit treibt ihre Übernahmepläne für die Commerzbank weiter voran. Auf einer außerordentlichen Hauptversammlung stimmten die Aktionäre der notwendigen Kapitalerhöhung zu, wie das Institut mitteilte. Die Anteilseigner genehmigten eine Kapitalerhöhung von bis zu gut 6,7 Milliarden Euro.
Offizielles Angebot steht bevor
Damit kann die Unicredit ihr Mitte März angekündigtes Angebot zur Übernahme sämtlicher Commerzbank-Anteile offiziell machen. Unicredit-Chef Andrea Orcel kündigte gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung an, die formale Offerte an diesem Dienstag vorzulegen. Das freiwillige Tauschangebot sieht vor, dass die Unicredit je Commerzbank-Aktie 0,485 neue eigene Aktien bietet. Dies entsprach damals einem Preis von 30,80 Euro pro Commerzbank-Papier, was einem Aufschlag von vier Prozent zum Schlusskurs vom 13. März gleichkommt. Auf dieser Basis wurde die Commerzbank mit knapp 35 Milliarden Euro bewertet, wobei die Aktien inzwischen deutlich höher notieren.
Unicredit als größter Aktionär
Die Unicredit ist bereits mit Abstand größter Anteilseigner der Commerzbank vor dem deutschen Staat. Orcel präsentierte kürzlich einen Umbauplan für den Fall einer Übernahme, der den Wegfall von rund 7.000 Stellen in Deutschland vorsieht. Das Mailänder Institut verspricht sich Vorteile im Geschäft mit Privat- und Mittelstandskunden in Deutschland. Bereits jetzt ist die Unicredit mit ihrer Tochter Hypovereinsbank (HVB) in Deutschland vertreten, was Synergien und Einsparungen ermöglichen würde.
Seit dem Einstieg der Unicredit bei der Commerzbank im September 2024 betont Orcel die Vorteile größerer Banken in Europa. Die Commerzbank-Vorstandschefin Bettina Orlopp hingegen möchte die Eigenständigkeit des Frankfurter Dax-Konzerns erhalten.



