Im Frühsommer kommen jedes Jahr neue Fernsehgeräte auf den Markt. Diese sind in der Regel teurer als die Vorgängermodelle derselben Serie. Doch lohnt sich die Mehrinvestition wirklich? Unser Ratgeber beleuchtet die Preisentwicklung und gibt Tipps, wie Sie vom Preisverfall profitieren.
Neue TV-Modelle: Was bringen sie wirklich?
LG machte in diesem Jahr den Auftakt und präsentierte in Frankfurt neue TV-Modelle. Äußerlich unterscheiden sich die Geräte kaum von den bisherigen, doch es gibt Neuerungen wie Micro-RGB-LEDs im Backlight und besonders dünne OLEDs für die Wandmontage. Abgesehen davon hat LG an den OLED-Panels wenig verändert, aber die Displayansteuerung bringt Verbesserungen bei der Bildqualität. Die Frage bleibt: Sind die Verbesserungen Grund genug, ein neues Modell zu kaufen? Oder sind die günstigeren Vorjahresgeräte die bessere Wahl?
Preisverfall bei Fernsehern: Eine Analyse
Anders als bei Speichern ist der Preisverfall bei Fernsehern beträchtlich. Ein Grund: Die großen Hersteller LG, Samsung, Philips, Panasonic und Sony stehen unter Druck der chinesischen Konkurrenz Hisense und TCL. Besonders TCL hat mit günstigen Smart-TVs den Markt aufgemischt. Die LC-Displays können zwar nicht mit High-End-OLEDs mithalten, aber der niedrige Preis überzeugt viele Käufer. Die Hersteller mussten reagieren: OLEDs von LG und Fernseher von Samsung, Sony und Philips sind heute deutlich günstiger.
Ein 65-Zoll-OLED aus LGs C5-Serie kostet aktuell unter 1500 Euro, während die unverbindliche Preisempfehlung (UVP) vor einem Jahr noch bei 3200 Euro lag. Das ist ein Preisverfall von über 50 Prozent. Ähnlich sieht es bei den Topmodellen der G-Serie aus: Der 65-Zoll-OLED65G59LS startete mit 4000 Euro und ist heute für unter 1800 Euro erhältlich.
Samsung, Sony und Philips im Vergleich
Auch bei Samsung sind die Preise gefallen. Ein 65-Zoll-QD-OLED sank von 3200 auf 1800 Euro, die 77-Zoll-Variante von 5600 auf 2600 Euro. Ein Samsung-OLED mit LG-Panel kostet aktuell 1100 Euro, gestartet bei über 2800 Euro. Besonders krass ist die Reduktion bei großen OLEDs: Der 77-Zöller GQ77S85F fiel von über 4400 auf 1450 Euro. LCD-Modelle wie der GQ75QN90F sanken von 4400 auf 2000 Euro im Samsung-Shop.
Philips-TVs werden ebenfalls günstiger, wenn auch weniger drastisch. Das LCD-Modell 65MLED910 startete mit 1600 Euro und kostet heute unter 900 Euro, das OLED-Topmodell 65OLED950 fiel von 3660 auf 2260 Euro. Sony bleibt stabiler: Der Bravia 8 II mit QD-OLED kostet statt 3300 nun 2500 Euro, das LG-OLED-Modell Bravia 8A fiel von 2200 auf 2000 Euro. Panasonic hält sich ebenfalls zurück: Das Topmodell TV-65Z90BE7 sank von 2900 auf 2250 Euro. Beide japanischen Hersteller haben Probleme: Sony übergibt Vertrieb und Marketing an TCL, Panasonic an Skyworth.
Chinesische Hersteller: Hisense und TCL
Hisense startete 2025 bereits mit moderaten Preisen. Das LCD-Topmodell 65U8Q kostete 1600 Euro und fiel auf 1150 Euro. Der 65U7Q mit Mini-LEDs fiel von 1600 auf 650 Euro. TCL stieg mit niedrigen Preisen ein: Der 65C7K startete mit 1000 Euro und pendelt zwischen 700 und 1000 Euro. OLEDs hat TCL nicht im Programm.
Vorjahresmodell oder brandneu?
Für Sparfüchse ist die Antwort klar: Das Vorjahresgerät reicht völlig aus. Die Verbesserungen von einer Generation zur nächsten sind oft nur im direkten Vergleich sichtbar. Wer die beste Bildqualität und langen Support wünscht, sollte auf die neuen Modelle warten. Support umfasst Ersatzteile, Firmware-Updates und Betriebssystem-Updates, die für zwei bis sieben Generationen angeboten werden. Dank neuer EU-Regeln hat sich auch bei der Nachhaltigkeit einiges verbessert.
Auch bei einem Neukauf gilt: Nicht sofort kaufen. Die Preise fallen bereits in den ersten Wochen. Statistiken zeigen, dass Fernseher im Sommer am günstigsten sind. In diesem Jahr kommt die Fußball-WM hinzu, was zusätzliche Angebote erwarten lässt. Besonders große Bildschirme ab 75 Zoll werden dann preiswert sein.



