Zwei Tote bei US-Angriff auf mutmaßliches Drogenboot im Ostpazifik
Zwei Tote bei US-Angriff auf Drogenboot im Ostpazifik

Die US-Armee hat bei einem erneuten Einsatz gegen ein mutmaßliches Drogenboot im Ostpazifik zwei Menschen getötet. Das zuständige US-Regionalkommando Southern Command teilte am Freitagabend (Ortszeit) mit, bei den Toten handele es sich um „Narko-Terroristen“. Das Schiff sei von nicht näher genannten Terrororganisationen betrieben worden und auf bekannten Drogenschmuggelrouten unterwegs gewesen. US-Einsatzkräfte seien nicht zu Schaden gekommen. Das Militär veröffentlichte zudem ein kurzes Video, das den Treffer auf dem Schiff zeigen soll.

Hintergrund der Angriffe

Seit September vergangenen Jahres haben die USA Dutzende solcher Angriffe im Pazifik und in der Karibik verübt. Nach einer Zählung der Nachrichtenagentur AFP wurden dabei bereits mindestens 182 Menschen getötet, davon mindestens sieben seit Monatsbeginn. Die Regierung von US-Präsident Donald Trump rechtfertigt ihr Vorgehen damit, dass sie sich im Krieg befinde mit „Narko-Terroristen“, die in Lateinamerika agieren. Sie hat jedoch nie eindeutige Beweise vorgelegt, dass es sich bei den Getöteten tatsächlich um Drogenschmuggler handelte. Einige von ihnen waren nach Angaben von Behörden und Angehörigen Fischer.

Kritik und völkerrechtliche Bedenken

Einige Experten und UNO-Vertreter stufen die Angriffe als völkerrechtswidrige außergerichtliche Hinrichtungen ein. Sie heben hervor, dass sich die Armee-Einsätze gegen Zivilisten richteten, die keine unmittelbare Gefahr für die USA darstellten. Ein besonders brutaler Fall wurde im Herbst 2025 von den US-Medien aufgegriffen: Dabei soll in einem ersten Angriff das Boot zerstört worden sein. Bei einem zweiten Anflug sollen dann gezielt Überlebende getötet worden sein.

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UNO-Menschenrechtskommissar Volker Türk hatte die USA im vergangenen Jahr zu einem umgehenden Ende der Attacken aufgefordert: „Die USA müssen solche Angriffe einstellen und alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, um die außergerichtliche Tötung von Menschen an Bord dieser Boote zu verhindern, ungeachtet der ihnen vorgeworfenen Straftaten.“ Der UNO-Menschenrechtskommissar rief die USA dazu auf, bewährte Methoden der Strafverfolgung anzuwenden – darunter das rechtmäßige Abfangen von Booten und die Festnahme von Verdächtigen.

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