Galeria vor dem Aus? Experte sieht keine Zukunft für Warenhauskette
Galeria vor dem Aus? Experte pessimistisch

Galeria in der Krise: Experte prognostiziert das Ende

Die angeschlagene Warenhauskette Galeria steckt erneut in finanziellen Schwierigkeiten. Nachdem bekannt wurde, dass das Unternehmen zahlreiche Vermieter um eine Stundung der Mietzahlungen gebeten hat, äußern sich Experten pessimistisch zur Zukunft der Kette. Der Marketing-Professor Martin Fassnacht von der WHU Düsseldorf sieht schwarz: „Ich bin sehr pessimistisch. Die Frage ist doch: Wer würde Galeria vermissen? Auf Kundenseite fast niemand“, sagte der Wirtschaftswissenschaftler. „Ich bedaure, das zu sagen, aber Galeria wird nicht mehr gebraucht.“

Trauerspiel für Beschäftigte

Fassnacht bezeichnete die Situation als „Trauerspiel“, insbesondere für die rund 12.000 Mitarbeiter. Diese müssten sich nach drei Insolvenzen innerhalb kurzer Zeit erneut um ihre Jobs sorgen und nach neuen Beschäftigungsmöglichkeiten umsehen. Er zeigte sich skeptisch, ob Galeria die Wende noch schaffen kann. „Wenn die Sehnsucht so groß wäre, würden doch viel mehr Menschen dort einkaufen. Dann wäre das Unternehmen nicht schon wieder in Schwierigkeiten.“

Gründe für die Misere

Der Experte sieht mehrere Ursachen für die anhaltende Krise. Die Kette habe kein klares Konzept. Zudem verlagere sich das Einkaufsverhalten immer mehr ins Internet – vor allem bei Produkten wie Mode, die auch Galeria anbietet. Fassnacht verwies auf erfolgreiche stationäre Einzelhandelsmodelle wie Action und Müller. Beide hätten ein klares Konzept und einen Wettbewerbsvorteil. Müller sei „eine Drogerie mit Warenhaus-Charakter“ mit breitem Zusatzsortiment aus Parfümerie, Spielwaren, Schreibwaren und Medien. Der Discounter Action biete einen Schnäppchen- und Entdeckungsreiz, der Kunden regelmäßig anziehe.

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Finanzielle Notlage

Kürzlich wurde bekannt, dass Galeria zahlreiche Vermieter um eine Stundung der Mietzahlungen gebeten hat. Das Unternehmen begründete dies mit Schwankungen der Liquidität und bestätigte, von seinem Minderheitsgesellschafter Bain Capital einen neuen Kredit erhalten zu haben. Einige Vermieter beklagten, dass Mietzahlungen zuletzt ausgeblieben waren.

Der Sanierungsexperte Manfred Hunkemöller von der International School of Management in Dortmund bezeichnete das Ersuchen um Stundung als „keine normale kaufmännische Routine“. Er geht davon aus, dass bei Galeria derzeit der Jahresabschluss erstellt wird. Wirtschaftsprüfer erwarteten einen Nachweis, dass das Unternehmen auch in den kommenden zwölf Monaten seine fälligen Verbindlichkeiten bezahlen könne. „Da Vermieter zu den größten Gläubigern eines Warenhauses zählen, kann eine Stundung genügen, um eine sonst möglicherweise bestehende offene Lücke zu schließen.“ Den Kredit bezeichnete er als „Tropfen auf den heißen Stein“.

Weitere Filialschließungen drohen

Bereits im März hatte Galeria angekündigt, mittelfristig auslaufende Mietverträge von acht Standorten neu zu verhandeln. Das Unternehmen räumte dabei ein, dass weitere Filialschließungen möglich sind. Derzeit betreibt Galeria 83 Filialen. Anfang 2024 hatte die Kette erneut Insolvenz anmelden müssen, woraufhin neun Häuser geschlossen wurden.

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