Firmenpleiten im Januar weiter gestiegen: Gastgewerbe, Bau und Verkehr besonders betroffen
Firmenpleiten steigen: Gastgewerbe, Bau und Verkehr leiden

Firmenpleiten in Deutschland: Anstieg setzt sich fort

Die Pleitewelle in der deutschen Wirtschaft zeigt keine Anzeichen einer Beruhigung. Nach aktuellen Daten des Statistischen Bundesamtes ist die Zahl der Firmeninsolvenzen zu Beginn des Jahres 2026 weiter gestiegen, wenn auch in moderatem Tempo. Die Entwicklung betrifft besonders sensible Branchen und lässt Experten für die kommenden Monate wenig Hoffnung schöpfen.

Statistische Daten zeigen besorgniserregenden Trend

Im Januar 2026 registrierten die Amtsgerichte in Deutschland insgesamt 1.919 beantragte Unternehmensinsolvenzen. Dies entspricht einem Anstieg von 4,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Die Zahlen basieren auf vorläufigen Angaben, die das Statistische Bundesamt in Wiesbaden veröffentlicht hat. Bemerkenswert ist, dass dieser Anstieg deutlich geringer ausfiel als im Vormonat Dezember, als ein Plus von fast 14 Prozent verzeichnet wurde.

Allerdings ist zu beachten, dass zwischen dem Zeitpunkt des Insolvenzantrags und der Aufnahme in die amtliche Statistik oft eine Verzögerung von fast drei Monaten liegt. Daher könnte die tatsächliche Zahl der Pleiten noch höher ausfallen.

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Branchen im Fokus: Gastgewerbe, Verkehr und Bau

Besonders hart getroffen wurde im Januar das Gastgewerbe, das mit einer Quote von 9,1 Insolvenzen je 10.000 Unternehmen an der Spitze der betroffenen Branchen steht. Aber auch die Bereiche Verkehr und Lagerei sowie das Baugewerbe verzeichneten überdurchschnittlich viele Pleiten. Diese Branchen kämpfen seit Jahren mit strukturellen Herausforderungen, die durch die anhaltende Wirtschaftskrise noch verschärft werden.

Experten prognostizieren weiter steigende Zahlen

Nachhaltige Entspannung ist vorerst nicht in Sicht. Das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH), das regelmäßig die Insolvenzentwicklung analysiert, meldete für das erste Quartal 2026 mit 4.573 Fällen den höchsten Stand seit mehr als 20 Jahren. Zuletzt lagen die Zahlen im dritten Quartal 2005 höher.

Für das laufende Quartal sieht IWH-Forscher Steffen Müller wenig Raum für Optimismus: „Es ist möglich, dass sich die sehr hohen Werte aus dem März wiederholen.“ Im März 2026 zählte das IWH 1.716 Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften in Deutschland. Das sind 71 Prozent mehr als in einem durchschnittlichen März der Jahre 2016 bis 2019, also vor der Corona-Pandemie.

Langfristiger Trend: Seit Jahren rollt die Pleitewelle

Die aktuelle Entwicklung setzt einen besorgniserregenden Langzeittrend fort. In der Wirtschaftskrise 2025 rutschten laut amtlichen Zahlen so viele Unternehmen in Deutschland in die Pleite wie seit 2014 nicht mehr: 24.064 Fälle wurden registriert, was einem Anstieg von gut 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Bereits in den Jahren 2023 und 2024 hatte die Zahl der Firmenpleiten deutlich um jeweils mehr als 20 Prozent zugelegt.

Die anhaltend hohen Insolvenzzahlen unterstreichen die anhaltenden wirtschaftlichen Herausforderungen, mit denen viele Unternehmen in Deutschland konfrontiert sind. Besonders betroffene Branchen wie das Gastgewerbe, der Verkehr und das Baugewerbe benötigen möglicherweise gezielte Unterstützung, um die Krise zu überstehen.

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