Die BSW-Fraktion im sächsischen Landtag hat den geplanten Verkauf des Bergbauunternehmens SME AG samt seiner Bergbaurechte im Erzgebirge an einen asiatischen Investor scharf kritisiert und fordert einen sofortigen Stopp der Transaktion. Der regionalpolitische Sprecher der Fraktion, Ulf Lange, warnte vor den strategischen und wirtschaftlichen Risiken eines solchen Deals.
Strategisch wichtige Rohstoffe in Gefahr
Lange betonte, dass Wolfram und Zinn, die in dem geplanten Bergwerk der SME in Pöhla gefördert werden sollen, zu den Schlüsselrohstoffen für die Industrie, die Energiewende und die Hochtechnologie gehören. „Wer Versorgungssicherheit ernst meint, darf solche Projekte nicht aus der nationalen Verantwortung entlassen“, erklärte Lange. Er verwies darauf, dass die Bundesregierung öffentlich betone, unabhängiger von globalen Lieferketten werden zu wollen und die Wertschöpfung im eigenen Land zu stärken. „Hier wird ein strategisch wichtiges Rohstoffprojekt faktisch aus der Hand gegeben“, so Lange weiter.
Risiken eines Verkaufs an internationale Investoren
Der Verkauf an internationale Finanzinvestoren berge die Gefahr, dass die Rohstoffe primär nach globalen Marktlogiken verwertet würden – ohne Rücksicht auf regionale Interessen. „Am Ende bleiben Belastungen vor Ort, während die Wertschöpfung abfließt. Das ist weder wirtschaftlich vernünftig noch politisch vermittelbar“, kritisierte der Abgeordnete. Die BSW-Fraktion fordert daher, dass das Bundeswirtschaftsministerium seine Zustimmung zu dem geplanten Verkauf verweigert.
Hintergrund: Verkaufspläne der SME AG
SME-Vorstand Rolf Staudenmaier hatte zuvor der Deutschen Presse-Agentur die Verkaufspläne bestätigt. Demnach will ein Finanzinvestor aus Singapur 150 Millionen Euro für das Unternehmen zahlen. Die Transaktion bedarf noch der Zustimmung des Bundeswirtschaftsministeriums. Das Oberbergamt hatte der SME bereits 2024 die Genehmigung zur Errichtung eines neuen Bergwerks in Pöhla erteilt. Künftig sollen dort jährlich 400.000 Tonnen Erz abgebaut und vor allem Wolfram und Zinn gefördert werden. Die BSW-Fraktion sieht durch den geplanten Verkauf die nationale Rohstoffstrategie gefährdet und fordert eine Rückbesinnung auf öffentliche Kontrolle und regionale Wertschöpfung.



