Bahn plant Milliarden-Puffer für Brenner-Zulaufstrecke
Bahn plant Milliarden-Puffer für Brenner-Zulauf

Die Deutsche Bahn plant die Zulaufstrecke zum Brennerbasistunnel mit einem riesigen finanziellen Puffer. Die Gesamtkosten inklusive Risiko- und Inflationsvorsorge belaufen sich auf 16 Milliarden Euro, wobei die Bahn davon ausgeht, dass der Puffer nicht vollständig ausgeschöpft wird.

Kostenexplosion beim Brenner-Nordzulauf

Eines der größten Neubauprojekte der Deutschen Bahn soll knapp neun Milliarden Euro kosten – im ungünstigen Fall aber erheblich mehr. Die Bahn geht für Planung und Bau der deutschen Zuleitungsstrecke zum Brennerbasistunnel von München bis zur österreichischen Grenze mittlerweile von Planungs- und Baukosten in Höhe von 8,57 Milliarden Euro aus, wie die Projektleitung berichtete. Als mögliche Zuschläge kommen Risiko- und Inflationsvorsorge in Höhe von zusammengerechnet knapp 7,6 Milliarden Euro hinzu.

Risikopuffer fast so hoch wie Baukosten

Bahn- und andere Großprojekte werden erfahrungsgemäß teurer als geplant. Die Bahn geht aber davon aus, dass der immense Puffer für den Brenner-Nordzulauf nicht in voller Höhe gebraucht werden wird. So hat das Unternehmen die mögliche Inflationsrate demnach mit bis zu zehn Prozent sehr hoch angesetzt. Die Alpenquerung samt Brenner-Nordzulauf ist Teil des sogenannten Scan-Med-Korridors von Skandinavien nach Italien und würde voraussichtlich von der EU gefördert.

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Bundestag demnächst am Zug

Zuletzt hatte die DB im Jahr 2021 die möglichen Kosten auf knapp acht Milliarden Euro geschätzt. Das lang verzögerte Projekt geht demnächst in die entscheidende Phase. Das Bundesverkehrsministerium will die DB-Planungsunterlagen für die Trasse samt dazugehörigem ministeriellem Bericht und einer Einschätzung des Eisenbahn-Bundesamts alsbald an den Bundestag übermitteln, wie ein Sprecher von Ressortchef Patrick Schnieder (CDU) in Berlin sagte.

Brennerbasistunnel: Fahrzeitverkürzung um zwei Stunden

Der Brennerbasistunnel und die dazugehörigen Zuleitungsstrecken in Bayern, Tirol und Italien sollen die über 150 Jahre alte, kurvige Strecke über die Alpen ersetzen und die Fahrzeit von Deutschland nach Italien um etwa zwei Stunden verkürzen. Die Tunnelarbeiten begannen 2015, vom Jahr 2032 an sollen Züge durch den Tunnel fahren. Ohne neue Zubringerstrecke kann die Kapazität des Tunnels nicht genutzt werden. Die Bahn plant zudem, mehr Geld für Neu- und Ausbau der Schiene einzusetzen, wie aus einem Bericht des Handelsblatts hervorgeht.

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