Am Samstag, dem 25. April 2026, zeigt sich das Wetter in Deutschland von seiner geteilten Seite. Während der Nordosten mit dichten Wolken und kühlen Temperaturen rechnen muss, lockt der Südwesten mit frühlingshaften Werten. Diplom-Meteorologe Dominik Jung scherzt gegenüber BILD: „Staubwedel oder Spaten – das hängt vom Ort ab.“
Wetterlage: Hochdruckeinfluss und nördliche Strömung
Ein kräftiges Hoch westlich von Deutschland sorgt über eine nördliche Strömung für den Zustrom dichter Wolkenfelder. Besonders im Nordosten ist die Tendenz am Samstag eher auf Hausputz ausgelegt. An den Küsten von Nord- und Ostsee, wo derzeit die Rettung von Wal Timmy im Fokus steht, können sogar Sturmböen auftreten. Klimatologe Dr. Karsten Brandt erklärt gegenüber BILD: „Der Wind kann örtlich an den Küsten schon heftig werden. Allerdings kann er die Bewölkung auch zerfetzen, sodass sie nicht lange anhalten muss.“
Temperaturverlauf im Norden und Osten
Entlang einer Linie von Münster bis Dresden wird das Wetter frischer. In Schwerin und Hamburg werden maximal 11 bis 12 Grad erwartet, während Berlin auf bis zu 15 Grad kommt. In Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern sind nachmittags kurze Schauer möglich, so Dominik Jung.
Frühlingshafter Süden und Westen
Südlich dieser Linie zeigt sich das Wetter deutlich wärmer. Hier kann der Staubwedel gegen Spaten und Heckenschere getauscht werden. „Der Blick auf die Wetterkarte zeigt deutlich wärmere Werte, der Wind kommt hier kaum an“, erklärt Brandt. In Köln und Mönchengladbach werden Spitzenwerte von 16 bis 18 Grad erreicht. Noch weiter südlich, in München, Augsburg und Karlsruhe, sind bis zu 20 oder 21 Grad möglich. Meteorologe Jung hält es vereinzelt sogar für möglich, dass das Thermometer auf bis zu 24 Grad steigt. „Im Nordosten bekommen wir am Samstag eher Hausputz-Wetter. Im Südwesten wird das ein klares Garten-Wochenende, teils schon in kurzen Ärmeln“, fasst Jung zusammen.
Spektakuläres Himmelsphänomen: Kondensstreifen als Leinwand
Doch nicht nur am Boden, auch am Himmel gibt es etwas zu bestaunen. „Je näher wir dem Sonntag kommen, desto mehr lässt der Wind nach“, erzählt Brandt. In großen Teilen Deutschlands, vor allem im Südwesten, fehlt der Höhenwind – also der Wind in der Höhe, in der Flugzeuge unterwegs sind. Die Folge: Die Kondensstreifen der Flugzeuge sind deutlich länger und stärker zu sehen. „Das sieht ein wenig so aus, als würde der Himmel zur Leinwand werden“, erklärt der Klimatologe. Bei klarem Himmel wirkt er wie bemalt.
Während der Nordosten also eher zum Hausputz einlädt, können die Menschen im Südwesten das frühlingshafte Wetter im Garten oder bei einem Eiskaffee genießen und dabei den außergewöhnlichen Anblick der Kondensstreifen am Himmel bewundern.



