Die Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg (FBB) rechnet für die sechs Sommerferienwochen mit insgesamt rund 3,7 Millionen Fluggästen am Hauptstadtflughafen BER. Das teilte die FBB mit. Diese Zahl entspreche in etwa der des Vorjahres, sagte Flughafenchefin Aletta von Massenbach. Trotz des hohen Passagieraufkommens geht sie von weitgehend stressfreien Abläufen aus. 'Der Sommer ist nicht die Hochsaison am BER – das wären eher der September und Oktober', erklärte sie mit Verweis auf große Messen in Berlin, die in diesen Monaten viele Besucher anziehen.
Technische Aufrüstung beschleunigt Sicherheitskontrollen
Der BER hat in den vergangenen Jahren und Monaten technisch aufgerüstet. Seitdem zahlreiche Sicherheitskontrollen mit sogenannten CT-Scannern ausgestattet sind, gehe es dort deutlich schneller, teilte der BER mit. Bei dieser Technik können Flüssigkeiten und elektronische Geräte im Koffer bleiben, was den Passagieren Zeit spare. Familien mit Kindern bis zum fünften Lebensjahr können eine spezielle Sicherheitsschleuse im Terminal 1 nutzen. Zudem können Parkplätze auf dem Gelände vorab gebucht werden, um keine Zeit bei der Suche zu verlieren.
Selbstbedienungsautomaten und neue Langstreckenverbindungen
Knapp zwei Dutzend Airlines bieten an, das Gepäck an entsprechenden Selbst-Service-Automaten aufzugeben, die in größerer Zahl im Flughafen verteilt sind. Auf diese Weise sparten sich Reisende die Schlange am Check-in-Schalter. Allein zum Start der Ferien, vom 8. bis 12. Juli 2026, erwarte die FBB rund 400.000 Passagiere. Die verkehrsreichsten Tage werden demnach der Freitag, 10. Juli, sowie der 21. und 23. August mit jeweils rund 90.000 Reisenden. Neben zahlreichen europäischen Zielen kommen im Sommer weitere Langstreckenverbindungen hinzu: 'Air Canada verbindet die Hauptstadtregion ab dem 3. Juli erstmals mit Montréal', teilte der BER mit. Air Transat biete wieder Flüge nach Toronto an. Mit Delta Air Lines sowie United Airlines stünden zudem zwei US-Fluggesellschaften für tägliche Flüge nach New York zur Verfügung.
Steigende Ticketpreise und Herausforderungen im ersten Halbjahr
Passagiere müssen sich indes auf steigende Ticketpreise einstellen, infolge der gestiegenen Kerosinpreise aufgrund des Konflikts im Nahen Osten. Die Verfügbarkeit von Kerosin sei in Europa zwar kein Problem, betonte die Flughafenchefin. Doch die Beschaffung sei deutlich teurer geworden. Kerosin macht von Massenbach zufolge ein knappes Drittel des Ticketpreises aus. Reibungslose Abläufe während der Sommerferien könnte der BER aus Sicht von von Massenbach gebrauchen. Das erste Halbjahr sei äußerst hektisch verlaufen, betonte sie. Aufgrund des Wintereinbruchs im Januar und Februar inklusive zweier Eisregentage hätten die Fluggesellschaften in diesen Monaten rund 1.100 Flüge gestrichen. Im März führte dann der Irankrieg dazu, dass es Hunderte Flüge weniger in die Region gab. Im selben Monat sowie im April kam es zudem zu Warnstreiks am BER selbst sowie bei der Lufthansa, was zu erheblichen Einschränkungen im Flugverkehr geführt hat.
Ryanair reduziert Präsenz – Luftverkehrsteuer gesenkt
Getroffen habe die Betreiber zudem die Ankündigung der Fluggesellschaft Ryanair, zum Winter die Basis am Hauptstadtflughafen BER zu schließen und das dortige Sitzplatzangebot um die Hälfte zu reduzieren. Von Massenbach äußerte sich positiv über die von der Bundesregierung zurückgenommene jüngste Erhöhung der Luftverkehrsteuer. Dieser Schritt mache sich zum Juli entlastend bemerkbar. Ryanair habe das jedoch nicht abgehalten, die Präsenz in Schönefeld zu reduzieren. Laut der Flughafenchefin stagniert insbesondere der deutsche Luftverkehr im globalen Vergleich weiter. Während vergleichbare Märkte wie Frankreich, Österreich oder die Schweiz beim Luftverkehr Wachstumsraten von 25 bis 30 Prozent aufwiesen, trete der deutsche Markt auf der Stelle. Das zeigten auch die erwarteten Passagierzahlen am BER während der Sommerferien.



