Die Inflationsrate in Deutschland ist im Juni überraschend auf 2,3 Prozent gefallen. Das teilte das Statistische Bundesamt am Dienstag in einer Schnellschätzung mit. Ökonomen hatten mit einer Stagnation bei 2,6 Prozent gerechnet. Hauptgründe für den Rückgang sind der auslaufende staatliche Tankrabatt und der deutliche Rückgang des Ölpreises.
Preise fallen im Vergleich zum Vormonat
Im Vergleich zum Mai 2026 sind die Verbraucherpreise sogar um 0,3 Prozent gesunken. „Der unerwartet deutliche Rückgang der Inflation ist eine gute Nachricht für Verbraucher“, sagt Michael Heise, Chefökonom von HQ Trust. Auch KfW-Expertin Stephanie Schoenwald zeigt sich optimistisch: „Mit der Beruhigung im Nahen Osten ebbt auch der Inflationsschock ab.“
Kerninflation bleibt stabil bei 2,5 Prozent
Die Kerninflation, die Energie und Lebensmittel ausklammert, verharrt bei 2,5 Prozent. Damit liegt sie weiterhin über dem Ziel der Europäischen Zentralbank (EZB) von zwei Prozent. Experten erwarten, dass die Inflationsrate in den kommenden Monaten wieder steigen wird, sobald der Tankrabatt endgültig ausläuft.
Tankrabatt läuft aus – Preise steigen bereits
Der staatliche Rabatt an Tankstellen geht in seine letzten Stunden. Vielerorts steigen die Preise bereits wieder. Autofahrerinnen und Autofahrer bilden Schlangen, um noch einmal günstig zu tanken. Der Rabatt hatte die Inflation gedämpft, doch sein Auslaufen wird voraussichtlich zu einem erneuten Anstieg der Verbraucherpreise führen.
Inflationsgipfel laut Experten überwunden
Trotz des bevorstehenden Anstiegs glaubt Michael Herzum, Experte von Union Investment, dass der „Inflationsgipfel“ überwunden sei. Die Preise dürften nicht mehr so stark steigen wie in den Vormonaten. Der Dax notierte zeitweise über der 25.000-Punkte-Marke, was auf eine positive Stimmung an den Finanzmärkten hindeutet.
Ausblick: EZB-Ziel bleibt in Reichweite
Die Inflationsrate liegt mit 2,3 Prozent nur noch knapp über dem EZB-Ziel von zwei Prozent. Sollte sich die Beruhigung an den Energiemärkten fortsetzen, könnte die Rate in den kommenden Monaten weiter sinken. Allerdings warnen Ökonomen vor neuen Preissprüngen, falls geopolitische Spannungen wieder zunehmen.



