Bundesnetzagentur: Bahn muss Konkurrenz mehr Trassen überlassen
Bahn muss Konkurrenz mehr Trassen überlassen

Die Deutsche Bahn muss künftig Wettbewerbern im Fernverkehr mindestens ein Viertel der Kapazitäten auf hochbelasteten Strecken überlassen. Dies geht aus einem Beschluss der Bundesnetzagentur hervor, der am Freitag veröffentlicht wurde. Die Behörde reagiert damit auf eine zentrale Forderung des italienischen Zugunternehmens Italo, das für das Jahr 2028 den Markteintritt in Deutschland plant.

Hintergrund des Beschlusses

Die Bundesnetzagentur ist als Regulierungsbehörde für den Zugang zum Schienennetz zuständig. Sie stellte fest, dass auf bestimmten stark frequentierten Fernverkehrsstrecken die Kapazitäten knapp sind und die DB ihre marktbeherrschende Stellung ausnutzen könnte. Um einen fairen Wettbewerb zu gewährleisten, müssen nun mindestens 25 Prozent der Trassenkapazitäten für konkurrierende Anbieter reserviert werden. Dies betrifft insbesondere die Hauptverkehrsachsen wie die Strecken Hamburg–Frankfurt, Berlin–München und Köln–Stuttgart.

Reaktionen und Auswirkungen

Italo, ein Tochterunternehmen der italienischen Staatsbahn Ferrovie dello Stato Italiane, begrüßte den Beschluss. Das Unternehmen plant, ab 2028 eigene Hochgeschwindigkeitszüge in Deutschland einzusetzen und mit der DB zu konkurrieren. Ein Sprecher von Italo erklärte: „Die Entscheidung der Bundesnetzagentur ist ein wichtiger Schritt für mehr Wettbewerb im deutschen Fernverkehr. Wir freuen uns darauf, den Fahrgästen bald alternative Angebote bieten zu können.“

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Die Deutsche Bahn äußerte sich zurückhaltend. Ein Sprecher betonte, man werde die Entscheidung prüfen und sich an die Vorgaben halten. Allerdings warnte er vor möglichen Engpässen: „Die Bereitstellung von 25 Prozent der Kapazitäten könnte auf einigen Strecken zu einer Verknappung der verfügbaren Trassen für den eigenen Verkehr führen. Wir werden gemeinsam mit der Bundesnetzagentur nach Lösungen suchen.“

Bedeutung für den Wettbewerb

Der Schritt der Bundesnetzagentur ist Teil einer umfassenderen Strategie, den Schienenpersonenfernverkehr in Deutschland zu liberalisieren. Bislang dominiert die Deutsche Bahn den Markt mit einem Anteil von über 90 Prozent. Konkurrenten wie FlixTrain oder Westbahn sind bisher nur auf wenigen Strecken aktiv. Die Regulierungsbehörde erhofft sich durch die Öffnung der Trassen mehr Auswahl für Fahrgäste und günstigere Preise.

Der Beschluss tritt voraussichtlich Anfang 2027 in Kraft. Die DB muss dann innerhalb von sechs Monaten ein Konzept vorlegen, wie die Vorgabe umgesetzt wird. Sollte das Unternehmen die Auflagen nicht erfüllen, drohen Sanktionen. Die Bundesnetzagentur kündigte an, die Entwicklung eng zu überwachen.

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