Seit Mitternacht gilt der Tankrabatt der Bundesregierung: Die Energiesteuer auf Benzin und Diesel sinkt um rund 17 Cent pro Liter. Bis Ende Juni soll das so bleiben. Autofahrer können sich freuen: Die Spritpreise sind am Vormittag vielerorts unter die Zwei-Euro-Marke gefallen.
Preise unter zwei Euro
Der seit Mitternacht geltende Nachlass hat bereits in den frühen Morgenstunden an vielen Tankstellen die Spritpreise purzeln lassen. Beim Blick in die Tankstellen-App des ADAC zeigten sich vielerorts Preise unter zwei Euro – insbesondere beim günstigeren Superbenzin E10, teilweise auch bei Diesel.
In München kostete E10 kurz nach 6 Uhr bei den meisten angezeigten Tankstellen deutlich unter zwei Euro – teilweise sogar weniger als 1,90 Euro pro Liter. Bei Diesel wurde die Zwei-Euro-Marke in mehr als der Hälfte der Fälle unterschritten. Auch in Berlin war E10 am Morgen bei der klaren Mehrheit der Tankstellen billiger als zwei Euro. Bei Diesel war dies nur selten der Fall. In Hamburg lag E10 an mehr als der Hälfte der angezeigten Tankstellen unter zwei Euro, teilweise sogar unter 1,90 Euro. Diesel blieb jedoch in der Regel teurer als zwei Euro.
Zwölf-Uhr-Regel begünstigt Vormittag
Wer bis spätestens 12 Uhr an die Zapfsäule fährt, profitiert gleich doppelt: Die sogenannte Zwölf-Uhr-Regel verbietet Tankstellen, ihre Preise vor Mittag zu erhöhen. Am Vormittag sind die Spritpreise ohnehin typischerweise am niedrigsten – der Rabatt kommt also zu einem günstigen Zeitpunkt.
Was nach Mittag passiert, ist dagegen offen. Wie stark die Preise dann anziehen, lässt sich kaum vorhersagen. ADAC-Kraftstoffmarkt-Experte Christian Laberer dämpft zu hohe Erwartungen: „Das war auch 2022 nicht der Fall. Stattdessen sind die Preise sukzessive gefallen.“
Steuersenkung wird weitergegeben – mit Verzögerung
Der Wirtschaftsverband Fuels und Energie betont, die Steuersenkung werde vollständig weitergegeben – räumt aber ein, dass dies „mancherorts erst mit Verzögerung an der Zapfsäule bemerkbar“ sein könnte. Das erwartet auch Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche. Sie fordert von der Mineralölwirtschaft, dass die Steuersenkung bei den Verbrauchern ankommt. „Das ist keine Bitte, das ist eine klare Erwartung“, sagte die CDU-Politikerin. „Das Bundeskartellamt hat nach unserem ersten Maßnahmenpaket bessere Instrumente als je zuvor und erste Untersuchungen aufgenommen. Wenn es Anzeichen für eine Nichtweitergabe der Steuersenkung gibt, erwarte ich unverzügliche Maßnahmen.“
Preise noch nicht auf Vorkriegsniveau
Günstig wie vor Kriegsbeginn wird Sprit vorerst ohnehin nicht. Am letzten Tag vor dem Irankrieg Ende Februar kostete ein Liter Super E10 im Bundesschnitt 1,78 Euro – zuletzt waren es gut 2,10 Euro. Der Rabatt reicht nicht, um diese Lücke zu schließen. Bei Diesel sieht es kaum anders aus.
Mögliche Engpässe am Feiertag
Auch Engpässe sind nicht völlig ausgeschlossen: Weil der Steuerrabatt nur für Sprit gilt, der nach Mitternacht geliefert wurde, haben viele Tankstellen bewusst mit kleinen Lagerbeständen in den Mai gestartet. Hinzu kommt, dass der 1. Mai ein Feiertag ist und das folgende Wochenende die Liefermöglichkeiten einschränkt. Der Tankstellenverband warnte bereits vor möglichen Engpässen, der Wirtschaftsverband spricht von einem „logistischen Kraftakt“. Der ADAC hält das für übertrieben – nennenswerte Versorgungsprobleme erwartet er nicht.



