Bloomberg: Musks Super-App "X Money" startet noch diesen Monat
Musks Super-App "X Money" startet diesen Monat

Bastrop (Texas) – Elon Musk hat Großes vor: 3,5 Jahre nach der Twitter-Übernahme will der Tech-Milliardär seine Plattform X zur „Alles-App“ umbauen – mit eigenem Bank- und Bezahlsystem. Der Start könnte schon in den nächsten Tagen erfolgen, wie das US-Wirtschaftsportal „Bloomberg“ berichtet. Musk selbst hatte angekündigt, den Dienst noch in diesem Monat für erste Nutzer freizuschalten.

Was ist X Money?

Das neue Produkt heißt „X Money“. Dahinter steckt ein Mix aus Konto, Bezahl-App und Finanz-Tool – direkt im sozialen Netzwerk. Erste Tester berichten laut „Bloomberg“ von Kampfansagen an die Konkurrenz: bis zu 3 Prozent Cashback (Preisnachlass) beim Bezahlen und rund 6 Prozent Zinsen auf Guthaben. Geplant sind außerdem kostenlose Überweisungen zwischen Nutzern, eine personalisierte Visa-Debitkarte aus Metall – und sogar ein KI-Assistent, der Ausgaben analysiert.

Musks Vision: Die Alles-App

Musk verfolgt ein klares Ziel. Wie er intern sagte: „Wir wollen, dass man sein ganzes Leben über die X-App abwickeln kann.“ Vorbild sind Super-Apps wie WeChat in China. In den USA hat sich so ein Modell bisher nicht durchgesetzt. Experten zweifeln jedoch an der Umsetzbarkeit.

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Skepsis von Branchenkennern

Branchenkenner Richard Crone ist skeptisch, sagt laut „Bloomberg“: „Diese Vision hat er schon vor über zwei Jahren angekündigt – und gesagt, sie komme innerhalb eines Jahres. Das könnte jetzt zu spät sein und zu wenig bringen.“ Auch Analystin Harshita Rawat warnt: „Das Hauptkonto eines Nutzers zu werden, ist extrem schwer.“ Der Grund: Geld verdienen lässt sich nicht mit Überweisungen, sondern erst, wenn Nutzer ihr komplettes Finanzleben über eine Plattform abwickeln – inklusive Kredite.

600 Millionen Nutzer als Basis

Musk hat allerdings einen Vorteil: rund 600 Millionen Nutzer auf X. Viele Influencer werden bereits über die Plattform bezahlt – künftig soll das über „X Money“ laufen. Doch es gibt Probleme. Noch fehlen wichtige Funktionen für einfaches Online-Shopping. Auch regulatorisch wird es heikel. Für ein Bezahlsystem braucht Musk Lizenzen in allen 50 US-Bundesstaaten – aktuell hat X nur 44. In wichtigen Märkten wie New York fehlen noch Genehmigungen.

Offene Fragen und Kritik

Auch viele Details sind offen: Sind die hohen Zinsen dauerhaft – oder nur ein Lockangebot? Und was passiert mit dem Konto, wenn ein Nutzer auf X gesperrt wird? US-Senatorin Elizabeth Warren warnt: „Dass er X bisher nicht sicher und verantwortungsvoll betreiben konnte, schafft kein Vertrauen dafür, dass er jetzt sicher ins Privatkundengeschäft einsteigt.“

Ob X Money tatsächlich noch diesen Monat startet, bleibt abzuwarten. Musk selbst zeigte sich zuversichtlich, doch die Hürden sind hoch.

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